Von Brechan kehrt CDU den Rücken

Der langjährige Fraktionschef scheidet im Ärger aus der Union. Dort würden „Sachen vertuscht“, sagt er.

Tönisvorst. Diese Nachricht dürfte am Abend für reichlich Gesprächsstoff bei der Mitgliederversammlung der Tönisvorster CDU sorgen: Horst von Brechan hat am Montag seinen Austritt aus der Partei erklärt — nach 43 Jahren. Die Entscheidung sei am Wochenende „nach reiflicher Überlegung“ gefallen, betonte der langjährige Fraktionsvorsitzende im Tönisvorster Stadtrat gegenüber der WZ.

Ausschlaggebend für seine Entscheidung seien die jüngsten Vorgänge rund um Maik Giesen gewesen, der bis Ende Oktober Schatzmeister der Tönisvorster CDU war. Wie berichtet, hatte die Parteiführung Giesens Kassenführung in mehreren Sondersitzungen unter die Lupe genommen, dabei aber offenbar nichts Gravierendes feststellen können. Weder die örtliche Parteiführung noch der Geschäftsführer der Kreis-CDU, Jacky Kampe, wollten sich dazu allerdings offiziell äußern.

Für Horst von Brechan (72) steht fest: „Da sollen Sachen vertuscht werden.“ Eine Volkspartei müsse Auskunft darüber geben, wenn es Fehler in der Kassenführung gegeben habe. Er selbst hatte vor Wochen fehlerhafte Abbuchungen durch die CDU von seinem Konto beklagt und deshalb sogar die Krefelder Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Diese sah allerdings keine Notwendigkeit für eine Strafverfolgung.

„Ich war 43 Jahre stolz, in der CDU zu sein. Im Moment schäme ich mich“, sagt Horst von Brechan. Das Verhalten der örtlichen Parteiführung nennt er „zermürbend“. Dem wollte er nicht folgen. Seiner politisch-konservativen Linie bleibe er aber treu: „Uwe Schummer, Andreas Coenen und Bürgermeister Thomas Goßen werde ich weiter unterstützen.“

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