Problem bei der Stadtverwaltung: Vollzeit-Streetworker für die Stadt Willich nicht zu finden

Problem bei der Stadtverwaltung : Vollzeit-Streetworker für die Stadt Willich nicht zu finden

Suche hat schon vor zwei Jahren begonnen — bisher vergeblich.

Willich. Fast zwei Jahre dauert die Suche schon an. Vergeblich: Die Stadt Willich bekommt eine freie Vollzeit-Stelle im Bereich der Straßensozialarbeit einfach nicht besetzt. Wie die Mitglieder des Stadtrates bei dessen Sitzung am Donnerstagabend erfuhren, hat jetzt bei einer erneuten Ausschreibung ein Bewerber in letzter Minute abgesagt. „Das ist so nicht hinnehmbar“, kommentierte dies Dieter Lambertz (CDU) und forderte, das Ganze Problem zum Thema im Jugendhilfeausschuss zu machen.

Woran genau könnte es liegen? Da ist die zuständige Geschäftsbereichsleiterin Susanne Kamp auch ein bisschen ratlos. Denn die Stadt hat schon alles mögliche versucht, um potenziellen Kandidaten die Streetworker-Stelle schmackhaft zu machen.

Zuletzt gab es sogar das Angebot in der Ausschreibung, auf Kosten der Stadt könne ein Lkw-Führerschein gemacht werden, um das Hülse-Mobil fahren zu können. Doch das reichte ebensowenig, um einen geeigneten Kandidaten zu finden, wie die Idee, sich nach dem Nachwuchs-Modell einen Studenten als Streetworker selbst zu entwickeln. Und auch der Versuch, mögliche Bedenken zu nehmen, indem man die Stelle ans Team des Jugendheims Hülse andockt, funktionierte nicht.

„Ich bin darüber natürlich auch nicht glücklich“, sagt Susanne Kamp zu der Entwicklung und kündigt an, dass die nächste Ausschreibung sofort rausgeht. Im November könnte es dann Vorstellungsgespräche geben. Gezahlt werde nach Tarif, die Arbeitszeiten und die inhaltliche Arbeit unterscheidet sich natürlich ein wenig von einer Schreibtisch-Stelle in der Stadtverwaltung.

Zuständig wäre der neue Streetworker für Willich, Wekeln und Neersen. Um die übrigen Bereiche kümmert sich seit Jahren schon sehr erfolgreich Marion Tank. Sie ist derzeit die einzige aktive Streetworkerin der Stadt Willich — unter anderem vom „Café Rampelicht“ in einem ehemaligen Eisenbahnwaggon am Anrather Bahnhof aus.

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