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Vierjähriger Ben aus Anrath braucht Stammzellenspende

Vierjähriger aus Anrath an Leukämie erkrankt : Ben braucht einen Stammzellenspender

Am 8. Juli 2017 schien für Nadine und Stefan Kivelip aus Anrath die Welt perfekt zu sein: Sie hielten ihren Sohn Ben in den Armen. Heute bangen sie um das Leben des Jungen und bitten um Mithilfe. Ben ist an Leukämie erkrankt.

Ben ist ein fröhliches Kind, neugierig und ein kleiner Kämpfer. Seine ersten Lebensjahre verliefen fröhlich und ohne Sorgen der Eltern. Das hat sich vor etwas mehr als zwei Jahren schlagartig geändert: Kurz nachdem der neugierige und aufgeweckte Junge im August 2019 in den Kindergarten kam, veränderte sich das sonst so lebenslustige Kind: Blaue Flecken, Schlappheit, gelbliche Haut und eine hartnäckige Müdigkeit alarmierten die Eltern. Beim Arzt folgte dann der niederschmetternde Befund „Akute Lymphatische Leukämie“, der den 15. November 2019 zu einem schwarzen Tag für die ganze Familie machte.

Kaum im Kindergarten angekommen, wurde Ben zum seltenen Gast an dem Ort, an dem für ihn ein sonniger neuer Lebensabschnitt beginnen sollte. Stattdessen folgte eine Odyssee zwischen Arzt, Krankenhaus und elterlicher Wohnung, die bis heute anhält. Obwohl der kleine Ben sein halbes Leben mit Chemotherapie und Behandlungen verbringt und öfter in Praxen als im Kindergarten gewesen ist, hat er weder sein Lachen noch seine Lebensfreude verloren.

Erneuter Rückschlag für Ben
am 19. Oktober

Und auch die Eltern waren zuletzt guter Dinge, weil ihr kleiner Kämpfer die Dauerbehandlung über eineinhalb Jahre gut vertragen hat und Mitte November 2021 die Behandlung erfolgreich abgeschlossen werden sollte. Wäre da nicht der 19. Oktober gewesen. Anstelle eines normalen Kontrolltermins traf sie eine Schreckensnachricht: Die fast besiegte Krankheit kehrte mit voller Wucht zurück und zog nicht nur Nadine und Stefan Kivelip den Boden unter den Füßen weg. Jetzt ist klar: Ben braucht einen anderen Menschen, der geeignet für eine Stammzellenspende ist.

Noch am selben Tag wurde Ben stationär in die Uni-Klinik Düsseldorf aufgenommen, bereits am nächsten Tag operiert. Ärzte legten dem Vierjährigen einen Broviac-Katheter, durch welchen die Medikamente für die Chemotherapie in den kleinen Körper geleitet werden. Dreimal folgte die Chemo-Behandlung in den nächsten Tagen, bevor Ben am 29. Oktober wieder nach Hause durfte. Hier ist trotz Angst und Belastung der ganzen Familie immer noch Bens Lachen zu hören, denn seinen Lebensmut hat der tapfere Anrather sich noch immer und trotz allem bewahrt. Nach nur sechs Tagen ging es aber mit Fieber wieder in die Klinik. Durch den Katheter hatten sich Bakterien in den Körper eingeschlichen und eine Infektion verursacht, die mit starken Medikamenten unter Beobachtung bekämpft werden konnte. Seit einigen Tagen ist Ben wieder zu Hause. Es geht ihm soweit gut und er spielt mit seinen geliebten Bausteinen, ist gerne in der Natur unterwegs und liebt Züge, die vorbeirattern. Das sind die Lichtblicke, während zugleich das bange Warten auf einen passenden Stammzellenspender begonnen hat.

Aber nur warten wollten Familie, Freunde und viele Bekannte aus der großen Schützengemeinschaft in Willich (Mutter Nadine ist seit Jahren aktiv in der Schützengesellschaft Clörath-Vennheide) nicht. Sie haben eine Typisierungsaktion mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert, die am 4. Dezember im NeersenerWahlefeld-Saal hätte stattfinden sollen. Wegen der bedenklichen Corona-Situation wurde der Termin aber abgesagt.

Jetzt sind zwei Wege geplant. Der Appell an die Öffentlichkeit lautet: Wendet euch privat, online und kontaktlos an die DKMS, bestellt ein Registrierungsset, macht den Abstrich der Wangenschleimhaut und sendet diesen an die DKMS zur Bestimmung der Werte. Die Hoffnung ist, dass sich so ein geeigneter Stammzellenspender für Ben findet. Die Adresse:

www.dkms.de/ben

Weil Typisierungen Geld kosten, hat der Bezirksverband Krefeld-Willich-Meerbusch der Historischen Schützenbruderschaften ein Spendenkonto eingerichtet. Die Kontoverbindung können Interessierte beim Schatzmeister des Bezirksverbands, Klaus-Dieter Altmayer, per E-Mail (kd.altmayer@t-online.de) erfahren. Die Spenden sollten mit dem Stichwort „Ben“ versehen werden. Wer seine Postadresse angibt, bekommt eine Spendenquittung für das Finanzamt. Der Bezirk will damit die Typisierungsaktion unterstützen und je nach Spendenaufkommen, wenn nötig, auch der Familie helfen.