Willich : Verwaltung auf dem Prüfstand

„Modernisierung 2.0“ heißt ein Projekt, mit dem die Stadt Willich in diesem Jahr neu aufgestellt werden soll.

Willich. Der Startschuss erfolgte bereits Ende 2015. Mittlerweile ist das Projekt auf der Zielgeraden angekommen und der Endspurt hat begonnen. Die Rede ist von der „Modernisierung 2.0“, die bei der Willicher Stadtverwaltung umgesetzt werden soll. Warum wurde das arbeitsintensive Projekt überhaupt angepackt? Welche Ergebnisse werden erwartet? Wann werden diese umgesetzt? Über diese Fragen sprach die WZ mit Bürgermeister Josef Heyes.

„Viele Dinge müssen verbessert werden“, sagt Heyes und verweist darauf, dass die letzte Verwaltungsreform rund 20 Jahre zurückliegt. Seitdem ist viel passiert — zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung. „Die ersten Dinge werden hier schon umgesetzt“, sagt der Bürgermeister und zeigt auf das nagelneue iPad auf seinem Tisch: Um Papier und Druckkosten zu sparen, werden die Unterlagen zu Ratssitzungen und Ausschüssen den Mitgliedern in Kürze nur noch digital zu Verfügung gestellt. Ratsmitglieder und sachkundigen Bürger werden deshalb mit iPads ausgestattet. „Allein die Hardware kostet 130 000 Euro“, so Heyes.

Während die Modernisierung hier also schon begonnen hat, laufen dazu in allen anderen Bereichen noch die Vorbereitungen. Fünf Teams aus Rat und Verwaltung waren zu Beginn des Prozesses eingerichtet worden, die sich seitdem mit je einem der folgenden Themen beschäftigen: „Aufgabenkritik“ (Ist es noch zeitgemäß, was wir machen?), „Rat und Verwaltung“, „Bürgerbeteiligung und Digitalisierung“ (dazu gehören auch die iPads), „Steuerung“ und „Personalentwicklung“. Koordiniert wurde das Ganze von einem Promotoren-Team.

Für den Bereich Personalentwicklung hatte Josef Heyes selbst die Projektbetreuung übernommen. „Thema war hier zum Beispiel die frühzeitige Akquise von qualifiziertem Nachwuchs“, berichtet der Bürgermeister. Doch auch mögliche Stelleneinsparungen wurden geprüft. „Das hat sich die Politik so gewünscht.“

Zurück zu den Teams. Diese trafen sich im vergangenen Jahr regelmäßig, machten zunächst eine Ist-Analyse, erarbeiteten dann Lösungsansätze, die in einem dritten „Meilenstein“ (so der offiziell verwendete Begriff) zu endgültigen Vorschlägen gemacht wurden. „Insgesamt 56 Ergebnisse werden wir erreichen“, informiert Heyes.

Die Online-Vergabe von Kita-Plätzen oder Sportstätten, die Einrichtung eines „Social Media Managements“, ein Verfahren für eine regelmäßige Aufgabenkritik und das Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ gehören zu den genannten Ergebnissen. Wie diese ganz genau aussehen, möchte der Verwaltungschef derzeit aber noch nicht sagen: Erst am 31. März/1. April wird es einen abschließenden Workshop mit allen Beteiligten geben, bei dem die weitere Zusammenarbeit festgelegt und das Zielkonzept überarbeitet wird. Danach geht es an die Umsetzung.

Mit zum Projekt gehört im Bereich „Personalentwicklung“ auch eine Befragung der Verwaltungsmitarbeiter. Sind diese zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz? Wie ist das Verhältnis zu den Führungskräften? Ist die technische Ausstattung in Ordnung? Solche Fragen wurden gestellt. „Die Beteiligung war freiwillig. Sie liegt bei etwa 60 Prozent. Das ist ein guter Rücklauf“, sagt Heyes. Die Vorstellung der Ergebnisse wird bei einer Personalversammlung am kommenden Dienstag erfolgen. Laut Heyes werde man die Befragung in etwa zwei Jahren wiederholen, um zu überprüfen, ob die „„Modernisierung 2.0“ erfolgreich umgesetzt wurde.