Vauth: Gericht zieht eine erste Bilanz

Die Richterin deutet an, dass es eine Verurteilung geben wird.

St. Tönis/Krefeld. Am Dienstag setzte das Krefelder Landgericht die Verhandlung gegen Lothar und Jessica Vauth fort. Dem Tönisvorster Ehepaar wird Untreue in 923 Fällen vorgeworfen. Nachdem nun eine große Anzahl von Zeugen gehört worden ist — der Prozess begann bereits im Frühjahr 2017 — zog die Kammer gestern eine Zwischenbilanz. Laut Erklärung der Vorsitzenden Richterin sieht das Gericht in den Fällen der verzögerten beziehungsweise nicht erfolgten Auszahlung von Fremdgeldern eine Verurteilungswahrscheinlichkeit.

Allerdings gebe es in den mehr als 900 Fällen von Untreue nach der bisherigen Beweisaufnahme im Großen und Ganzen keine Anhaltspunkte. Ausgenommen sei eine Spende an einen SPD-Ortsverband in Höhe von 6000 Euro, die angeblich von Rainer Wittmann, einem der Ex-Partner der Sozietät, stammte, von diesem aber erwiesenermaßen nicht angewiesen wurde. Was die Entnahme von Geldern von Kanzleikonten für private Zwecke beträfe, so wären diese vom Ehepaar Vauth wohl getätigt worden. Dies allein sei aber noch keine Untreuehandlung. Ein Anwalt habe schließlich, wie andere Berufstätige auch, gewisse Lebenshaltungskosten. Zudem wäre mit den anderen Partnern nicht vereinbart worden, wieviel Geld für solche Zwecke von den Geschäftskonten abgehoben werden dürfe. Die ehemaligen Kollegen der Angeklagten hätten diese Praxis letztendlich geduldet, vor allem, weil Lothar Vauth das größte Dezernat in der Krefelder Sozietät innehatte.

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