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Unterwegs mit dem Team der Tafel Willich

Tafel Willich : Die Willicher Tafel ist fast täglich auf Tour

Montags bis freitags fahren die Ehrenamtler viele Stationen ab, um gespendete Lebensmittel abzuholen.

„Heute Morgen müssen wir glatt mit Eiskratzen starten“, sagt Werner Fleischmann und lacht, nachdem er über die Windschutzscheibe gefühlt hat. Horst Wiegmann, der gerade den Schlüssel für den Mercedes Sprinter der Willicher Tafel im Verkaufsraum der Aral-Tankstelle an der Krefelder Straße geholt hat, greift zum Eisschaber. Als Theo Melchers wenig später eintrifft, ist die Frontscheibe eisfrei, und die drei Männer in ihren gelben Westen steigen in das Fahrzeug. Es ist 7.30 Uhr, und auf dem Hofplatz der Tankstelle startet das Kühlfahrzeug, mit dem die ehrenamtlichen Mitarbeiter auf Einkaufstour gehen und abholen, was in Discountern, Bäckereien, Metzgereien und bei Vollsortimentern nicht mehr verkauft wird.

Bei der Bäckerei Görkem bekommen die Helfer Frühstück

Vor dem Rolltor der Bäckerei Greis kommt der Wagen zum Stehen. Während Fleischmann die Sprechanlage betätigt, öffnet Wiegmann die Seitentür des Sprinters und reicht Melchers eine der Kisten an, die zu Dutzenden im Laderaum aufeinandergestapelt sind. „Es gibt überall feste Plätze, wo unsere Lieferanten die Waren für uns abstellen“, erklärt Fleischmann. Zu dritt wird alles in die eigenen Kisten umgepackt und im Wagen verstaut. In die gelbe Kiste wandert ein Zettel, der den Empfang bestätigt.

Es geht weiter zur Metzgerei Forgber, wo Fleischermeister Uwe Forgber schon alles vorbereitet hat: einen ganzen Schwung eingeschweißter Würstchen. „Mir ist es wichtig, zu helfen. Es wird so viel weggeworfen. Das muss einfach nicht sein“, sagt Forgber. Mit einer Quittung fürs Finanzamt muss er nachweisen, wo seine Waren hingegangen sind. Die nächste Station ist der Netto-Markt in Wekeln. Melchers und Wiegmann steuern die dortige Bäckerei Wieler an, wo Backwaren, sorgsam verpackt, im Bistrobereich liegen. Alles wandert in die mitgebrachten Kisten. Fleischmann hingegen quert den Discounter in Richtung Kühlräume. Hinter dem Rolltor stehen ein Karton mit Bananen und ein weiterer mit Toastbrot in einem Einkaufswagen. Das gleiche Spiel wiederholt sich bei Edeka in Willich, wo die Laderampe angesteuert wird. Rote und grüne Kartons stehen auf einem Rollbrett parat. Wiegmann schiebt alles zum Sprinter.

Der Austausch der Kisten
ist effizient organisiert

Mit Schwung packen die Rentner die grünen Kisten von Edeka um, während die roten Kisten mit Milchprodukten im Fahrzeug verschwinden. Im Gegenzug wandert ein Stapel leerer roter Kisten auf den Rollwagen, den Fleischmann zurückrollt. „Wir haben hier das Glück, dass wir einen Teil der Kisten austauschen können und nicht alles vor Ort umpacken müssen“, sagt Melchers.

Im Wagen wird es voller. Bei der Bäckerei und Baguetterie Görkem wartet man schon auf die Fahrer. Wiegmann nimmt einen Beutel voller Brötchen an. Dazu gibt es eine kleine Papiertüte, die Mustafa Görkem frisch befüllt hat und sie mit den Worten „Das Frühstück für alle“ über die Theke reicht. Seit mehr als sechs Jahren unterstützt der Willicher die Tafel. „Ich finde es gut, dass es Menschen gibt, die für andere in den Einsatz gehen und helfen. Daher gebe ich den Helfern gerne eine kleine Stärkung für unterwegs mit“, sagt Görkem. Die drei Ehrenamtler strahlen. Sie bedanken sich herzlich, dann geht es auch schon weiter, wobei auch Neersen und Schiefbahn angesteuert werden.

Insgesamt sind es 22 Helfer, die im Fahrerteam der Willicher Tafel montags bis freitags von 7.30 bis 11 Uhr unterwegs sind. In der Regel ist jeder Helfer einmal in der Woche dran. „Wir würden unser Helferteam, das die Lebensmittel morgens abholt, gerne aufstocken“, sagt die Vorsitzende Sabine Neumann. Wenn jemand aus Urlaubsgründen oder Krankheit ausfalle, sei es bei einem größeren Team leichter, eine Lücke zu besetzen. Und wie immer gilt: Auf viele Schultern verteilt sich die Arbeit immer besser.