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Umgehungsstraße verzögert Bau der geplanten Kita St. Godehard in Vorst

Geplanter Kita-Neubau in Vorst : Regionalplan behindert Kita-Bau

Auf dem alten Plan führt eine Straße über die Fläche in Vorst.

Der geplante Neubau der Kita St. Godehard in Vorst ist ins Stocken geraten. Grund ist ein alter Regionalplan, der eine Umgehungsstraße vorsieht, die über das Grundstück führen würde, auf dem die Kita errichtet werden soll. Jetzt müsse geschaut werden, ob die Einrichtung dennoch an dieser Stelle gebaut werden könne, sagt Fachbereichsleiter Jörg Friedenberg: „Die Straße ist im Plan nur angedeutet.“ Dafür befinde man sich in Gesprächen mit der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Landesbetrieb Straßen NRW als vermutlichem Baulastträger. Planmäßig sollte 2020 Baubeginn sein.

Hans Joachim Kremser, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, brachte das Problem im Rat ins Gespräch. Man sehe „keine Chance für das Gebäude“, sagte er. Er wolle dem Gerücht entgegentreten, der Planungsausschuss habe das Bauprojekt verschleppt. „Von der Tönisvorster Politik wurde es nicht verzögert“, sagte er und erhielt Unterstützung von Bürgermeister Thomas Goßen (CDU): „Wir haben alles dazu getan.“

Wie Friedenberg erläutert, habe die Stadt seit 2006 in Stellungnahmen gegenüber der Bezirksregierung immer wieder angegeben, dass sie es vorziehe, wenn die Straße weiträumiger um Vorst herumgeführt würde. Bei den Kita-Planungen habe man von der Problematik gewusst, sagt Friedenberg, doch sei erst Anfang dieses Jahres eine schriftliche Stellungnahme der Bezirksregierung bei der Tönisvorster Stadtverwaltung eingegangen. „Also konnten wir jetzt erst darauf reagieren“, sagt Friedenberg.

Nun soll in den kommenden Tagen geklärt werden, ob die Kita auf dem Grundstück an der Oedter Straße/Dückershof realisiert werden kann. Welche Auswirkungen die Entwicklungen auf den Zeitplan haben, „kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen“, so der Fachbereichsleiter. Im Rat hatte Friedenberg angekündigt, im nächsten Planungsausschuss am 18. März von den Ergebnissen berichten zu wollen.

Verkauf der alten soll die
neue Fläche finanzieren

Bislang befindet sich die Kita St. Godehard am Grünen Weg. Das dortige Gebäude ist in die Jahre gekommen. Es ist mehr als 50 Jahre alt und wurde in den 1990ern um eine Etage erweitert. Im Obergeschoss ist wegen des Zugangs eine Betreuung von U 3-Kindern nicht möglich, zudem ist es in der Kita im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt, wie Martin Dahmen vom Kirchenvorstand berichtet. Für einen Anbau bietet sich das Gebäude nicht an. „Wir standen vor der Frage: Grundsanieren oder neu bauen?“, sagt Dahmen. Finanziert werden soll das neue Grundstück unter anderem durch den Verkauf der Immobilie und der Fläche am Grünen Weg.

Wie Dahmen berichtet, halte die Pfarrgemeinde St. Godehard an den Plänen fest. „Wir wollen das Grundstück weiterhin kaufen“, sagt er: „Wir stehen kurz vor der Vertragsunterzeichnung und hoffen, dass wir nach den Gesprächen der Stadt zügig weiterkommen.“ Für den alten Standort befinde sich die Gemeinde in Gesprächen; möglicherweise könne dort als Stärkung des nahegelegenen Altenheims betreutes Wohnen entstehen.

Für die Firma Horizonte, die als Träger der katholischen Kita St. Godehard die neue Einrichtung bauen und betreiben will, bedeutet die Stagnation allerdings Schwierigkeiten. „Solange die Sache nicht geklärt ist, können wir nicht weitermachen“, sagt Geschäftsführerin Sylwia Digiacomo. So lohne es sich nicht, weiter in die Planung zu investieren, wenn das endgültige Okay noch nicht da sei. Zudem sei das Bauangebot inzwischen zwei Jahre alt und müsse deswegen neu angefordert werden, was zusätzliches Geld koste. Insgesamt habe man laut Digiacomo das Ziel, die damals geplanten Investitionskosten von etwa 2,2 Millionen Euro trotz allem zu halten. emy