Ulrich Nellen aus Neersen wird heute 90 Jahre alt

Jubilar : Ulrich Nellen wird heute 90 Jahre alt

Der Jubilar war in seiner beruflichen Karriere in ganz Europa unterwegs.

Ulrich Nellen wird heute 90 Jahre alt. Er kann auf ein ereignis- und erfolgreiches Leben zurückblicken. Und er ist für sein Alter noch sehr rüstig. Der Jubilar wuchs in Düsseldorf auf. 1944, gerade einmal 15 Jahre alt, sollte er im Krieg verheizt werden, wie er sagt, doch ein Kriegseinsatz blieb ihm erspart. Gegen Kriegsende war er bei einem Bauern in Thüringen, im Juli 1945 marschierte er zu Fuß nach Hause – dafür brauchte er anderthalb Wochen. Ulrich Nellen wird damals noch nicht geahnt haben, dass er statt zu laufen in den nächsten Jahrzehnten tausende Stunden im Flugzeug verbringen würde. Nach Kriegsende zog die Familie Nellen nach Neersen, wo ihr an der Hauptstraße ein mittlerweile 178 Jahre altes Haus gehört. Dort lebt der Jubilar noch heute. Die steile Treppe in den ersten Stock bereitet ihm keine Probleme. Und als seine vor sechs Jahren verstorbene Frau, eine geborene Nys, schwer erkrankte, brachte er sich das Kochen bei. Auch heute noch ist er Selbstversorger. Das Haus teilt er sich mit seinem Sohn und der Schwiegertochter, die Tochter lebt mit ihrem Mann ebenfalls in Neersen.

Ulrich Nellen ließ sich nach dem Krieg zum Groß- und Außenhandelskaufmann ausbilden. Seit Mitte der 1950er-Jahre war die Informatik sein Ding, er brachte es zu einer leitenden Position bei einem amerikanischen Landmaschinenhersteller, der auch ein Werk in Neuss hatte. Nellen war für die EDV an allen Standorten in Europa zuständig – er erinnert sich: „Eine Woche im Monat war ich in Frankreich, eine in England.“ Die Versetzung nach Paris konnte er abwenden. Und trotz des stressigen Arbeitsalltags gelang es ihm, in Neersen Wurzeln zu schlagen: Über 30 Jahre lang sang er im Kirchenchor mit, er war Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Schiedsmann. Bis zum 85. Lebensjahr trieb er intensiv Sport, spielte Tennis und beim Neersener Turnerbund Feldhandball. Mit seiner Frau und den Kindern ist er viel
gereist. barni