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Traktor spritzt nicht Gift, sondern Calcium

Traktor spritzt nicht Gift, sondern Calcium

Apfelbäume auf den Plantagen müssen in dieser Trockenperiode versorgt werden.

St. Tönis. Ein Hinweisschild macht’s deutlich: Auf den Feldern des „Apfelparadies“ von Bernd Schumacher ist ein autonom fahrender Traktor unterwegs. Wie die WZ bereits im Februar 2017 berichtete, ist der Trecker GPS-gesteuert, kann sich ohne Fahrer zwischen den Baumreihen bewegen.

Traktor spritzt nicht Gift, sondern Calcium
Foto: Kurt Lübke

Einfache Aufgaben, wie Gras mähen, könne der Traktor allein übernehmen, so Schumacher. Für viele andere Aufgaben ist dann aber doch noch menschliche Unterstützung notwendig. Auch zum Besprühen war der Traktor in den vergangenen Tagen im Einsatz.

Das beunruhigte einen WZ-Leser, weil der Wirtschaftsweg gleich mit besprüht wurde. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass beim Versprühen von irgendwelchen Spritzmitteln — eventuell auch giftigen Stoffen — der Spritzvorgang beim Verlassen der Baumreihen nicht unterbrochen wird. „Im Gegenteil, der Traktor verlangsamt seine Geschwindigkeit, um anschließend wieder in die vorprogrammierte Baumreihe einzufahren. Währenddessen sprüht das Gerät in voller Intensität weiter und besprüht den Wirtschaftsweg in voller Breite“, hieß es.

Die Sorgen kann Bernd Schumacher nehmen. Versprüht werde nicht Giftiges, sondern Calcium. Die Äpfel würden zurzeit mit den Langtrieben der Bäume um den Nährstoff konkurrieren und müssten ausreichend damit versorgt werden. Schädlich sei dies aber nicht.

Beim Sprühen würde man mit „Abdrift mindernden Düsen“ arbeiten, so Schumacher. Ganz vermeiden könne man das Abdriften aber nicht.

GPS-gesteuerte Fahrzeuge sind in der Landwirtschaft seit mehr als zehn Jahren bereits ein Thema, erklärt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auf Anfrage der WZ.

In der Regel ist dann aber noch ein Fahrer mit dabei. Die GPS-Steuerung hilft besonders bei großen Maschinen dabei, präziser zu lenken und so zum Beispiel auch das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln genauer zu steuern. „Wenn Sie zurzeit einen Mähdrescher sehen, ist es oft schon so, dass er allein lenkt, weiß, wo er ist, und zum Beispiel speichert, wie viel geerntet wurde.“

Vor einem Jahr stellte die WZ den autonom fahrenden Traktor von Bernd Schumacher schon einmal vor. Für den automatischen Traktor wurden die Routen durch die Plantagen abgefahren und eingespeichert. Der Trecker erkennt auch Hindernisse und stoppt automatisch.