Corona Goßen sagt Austausch mit Partnerstadt ab

Tönisvorst · Die Entscheidung fiel gemeinsam mit dem Partnerschaftskomitee Tönisvorst-Sées.

 Vorerst sollen keine Fahrten ins französische Sées – hier das Rathaus – oder von dort nach Tönisvorst stattfinden.

Vorerst sollen keine Fahrten ins französische Sées – hier das Rathaus – oder von dort nach Tönisvorst stattfinden.

Foto: Michael Steeg

. 2019 wurde es in Frankreich groß gefeiert, in diesem Jahr sollte das Fest zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Tönisvorst und Sées in St. Tönis noch einmal stattfinden. Aufgrund der Corona-Epidemie aber haben das Partnerschaftskomitee und der Tönisvorster Bürgermeister Thomas Goßen die Entscheidung getroffen, den Austausch abzusagen. Geplant war das Partnerschaftstreffen für die Zeit vom 21. bis zum 24. Mai.

„Die Entscheidung ist uns sehr, sehr schwer gefallen“, sagt Michael Steeg, Vorsitzender des Städtepartnerschaftskomitees Sées-Tönisvorst, „wir hatten das Jubiläumsfest hier in Tönisvorst schon weitestgehend vorbereitet und durchgeplant.“ Umso schmerzhafter sei es, die Freunde und den neuen Séeser-Bürgermeister im Mai nicht am Niederrhein begrüßen zu können. Als neuen Termin peilt das Komitee das Christi-Himmelfahrtwochenende 2021 (13. bis 16. Mai) an.

Die Partnerschaft kam über den Austausch von Musikern zustande

Die Musik war es, die die Deutschen und die Franzosen zusammenbrachte: Das Akkordeon-Orchester St. Tönis nahm 1977 Kontakt zum deutsch-französischen Jugendwerk auf. Man sei auf der Suche nach einem Akkordeon-Orchester in Frankreich, schrieb der damalige Schriftführer Rolf Schumacher dem Jugendwerk. Kurze Zeit später bekam Schumacher Post. In der 4700 Einwohner zählenden Gemeinde Sées in der Normandie, rund 180 Kilometer von Paris entfernt, gebe es einen Accordéon-Club, der an einem Austausch interessiert sei. Briefe gingen hin und her. Im Januar 1978 gab es ein erstes Treffen, und eine Abordnung aus Sées kam nach St. Tönis. Noch im selben Jahr fuhren einige St. Töniser nach Sées. Auch die Bürgermeister der beiden Orte lernten sich kennen und kamen auf die Idee, eine Städtepartnerschaft aus der Taufe zu heben. Vereine wurden mit ins Boot geholt, und bald stand fest: An Pfingsten 1979 soll die Städtepartnerschaft in St. Tönis, im September 1979 in Sées mit offiziellen Feiern besiegelt werden.

Für Tönisvorst wurde dieses Pfingstfest aus zwei Gründen unvergesslich: Erstens wurde eine Partnerschaft mit einer Stadt in Frankreich geschlossen, einem Land, das lange als Deutschlands ärgster Feind galt. Und zweitens wurde an diesem Tag aus der Gemeinde Tönisvorst, ein damals neun Jahre alter Zusammenschluss von Vorst und St. Tönis, die Stadt Tönisvorst. wic