Tönisvorster steht vor Gericht Totschlag: Tönisvorster stach mehrfach auf Bekannten ein

Tönisvorst · Ein 57 Jahre alter Mann aus Tönisvorst soll den Mann getötet haben. Der Prozess vor dem Landgericht in Krefeld hat begonnen.

 Ein 57-jährige Tönivorster muss sich derzeit vor dem Krefelder Landgericht verantworten.

Ein 57-jährige Tönivorster muss sich derzeit vor dem Krefelder Landgericht verantworten.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

(sts) Am Krefelder Landgericht, 2. Große Strafkammer, sitzt derzeit ein 57-jähriger Tönisvorster auf der Anklagebank. Dem Mann wird von der Staatsanwaltschaft Totschlag vorgeworfen. Konkret soll der Beschuldigte im Oktober letzten Jahres, in seiner Tönisvorster Wohnung, einen anderen Mann mit insgesamt neun Messerstichen getötet haben. Der 57-Jährige habe hierzu, laut Anklageschrift, ein Küchenmesser mit einer 8,5 cm langen Klinge verwendet. Die Stich- und Schnittverletzungen sollen unter anderem im Bereich der Schulter, des Nackens, der rechten Halsseite sowie der rechten oberen Brustregion erfolgt sein. Die zuletzt genannte Stichverletzung habe dabei zur „Durchtrennung der Unterschlüsselbeinvene und zur Eröffnung der Brusthöhle“ geführt, was zur Folge hatte, dass der Geschädigte kurz nach dem Angriff am Tatort verblutet sei.

Der angeklagte Tönisvorster ließ sich jetzt ausführlich zur Sache ein. Der Geschädigte sei ein Bekannter gewesen, „meine Frau war mit seiner Lebensgefährtin befreundet.“ Vor der Tat seien beide Paare ungefähr drei Mal zusammen essen gegangen. An jenem Oktoberabend hätten sich das spätere Opfer und seine Freundin gemeinsam mit dem 57-Jährigen in dessen Wohnung aufgehalten, die Frau des Beschuldigten sei indes nicht dort gewesen. Der Tönisvorster und sein Bekannter seien betrunken gewesen.

Zunächst habe man sich gut verstanden, „dann tanzte ich mit der Freundin meines Bekannten, woraufhin er wohl eifersüchtig wurde.“ Der Mann habe seine Lebensgefährtin daraufhin beschimpft und geohrfeigt. Nachdem sich beide nicht beruhigten, habe sich der 57-Jährige entschlossen, zu sagen, dass er ins Bett gehen wolle. „Ich hoffte, sie mit dieser Aussage dazu bewegen zu können, meine Wohnung zu verlassen“, ergänzte der Mann.

Er sei dann ins Schlafzimmer gegangen, aber sein Bekannter habe ihn schließlich „gepackt“ und wieder ins Wohnzimmer gebracht. Dort habe zunächst die Freundin des Geschädigten diesen getreten und ihm an den Hals gegriffen, woraufhin der Mann sie „von sich geschleudert“ habe. Im Anschluss sei das spätere Opfer dann auf den Tönisvorster losgegangen: „Er trat und schlug auf mich ein“, erklärte der Beschuldigte. Bei diesem Angriff habe er sich unter anderem einen Jochbeinbruch zugezogen. Soweit er wisse, sei daraufhin die Freundin seines Bekannten mit einem Messer in der Hand aufgetaucht. Ihre Attacke habe der Mann jedoch abwehren können. Nachdem der Geschädigte den 57-Jährigen anschließend erneut massiv geschlagen habe, „wurde ich panisch, bekam das Messer in die Hand und stach auf ihn ein.“ Die Verhandlung wird fortgesetzt.

(sts)
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