Kommunalwahl 2020 CDU legt ihre Karten auf den Tisch

Tönisvorst · Parteichef Dirk Louy kandidiert für den Kreistag. Helmut Drüggen und Angelika Hamacher treten zum nächsten Rat nicht mehr an.

 Angelika Hamacher verabschiedet sich nach mehr als drei Legislaturperioden aus dem Stadtrat.

Angelika Hamacher verabschiedet sich nach mehr als drei Legislaturperioden aus dem Stadtrat.

Foto: NN

Nach der Bürgermeister-Bewerber-Personalie Thomas Goßen legt die CDU Tönisvorst nun alle Namenskarten für die kommende Legislaturperiode offen auf den Tisch. Wer wird wieder oder neu für den Stadtrat kandidieren? Wen zieht es in den Kreistag? Hier kommen die vorgeschlagenen Namen.

Auf der Liste der Direktkandidaten für 19 Rats-Wahlbezirke stehen neue Gesichter: Michael Landskron, aktuell stellvertretender Parteivorsitzender der Tönisvorster CDU und Vorsitzender der Jungen Union (Wahlbezirk 7010), Christina Marpe (sachkundige Bürgerin im Schulausschuss, 7020), Patrick Heerdmann (Junge Union, 7140), Annette Hegger (7180) und Alexander Strempel (7190) wollen ihren Sitz im politischen Premium-Gremium der Stadt.

Ratsbekannte und -erfahrene Kandidaten wollen ihren Sitz verteidigen: Peter Langenfurth (7030), Hannelore Louy (7040), Maik Giesen (7050), Alexander Decher (stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 7060), der Ratsälteste und Partei-Geschäftsführer Günter Körschgen (7070). Außerdem Fraktions-Geschäftsführerin Anja Lambertz-Müller (7080), Anne Dubberke (7090), CDU-Schatzmeister und MIT-Vorsitzender Georg Körwer (7100), Fraktionsvorsitzender Andreas Hamacher (7110), Thomas Kroschwald (Vize-Fraktionsvorsitzender, 7120), Ulrich Peeren (7130), Vize-Bürgermeisterin Christiane Tille-Gander (7150), Fraktionsvorsitzender Christian Rütten (7160) und Reinhard Maly (7170).

Angelika Hamacher, die Vorsitzende des Schulausschusses, kandidiert nicht mehr. Helmut Drüggen zieht im September einen Schlussstrich unter seine politische Aktivität für die Stadt. Sabine Zeuner steht ebenfalls nicht mehr auf der Top-Bewerberliste für die Rats-Wahlbezirke. Ihren Namen entdeckt man auf Platz 35 der Reserveliste.

Kampfkandidatur zwischen Louy und Landwirt Dahmen

Parteichef Dirk Louy kandidiert für den Kreistag. Er will im bisherigen Wahlbezirk 16 von Peter Joppen, der aufhören wird, antreten. Um diesen Vorster Bezirk wird es eine Kampfkandidatur geben. Denn auch Landwirt Martin Dahmen strebt ein Direktmandat an. „Ich sehe für mich im Kreistag die beste Möglichkeit, mich für die Partei einzubringen“, sagte Louy am Freitag im Gespräch mit der WZ. Insbesondere durch seine berufliche Aufgabe als Referent im Landesumweltministerium sieht er viele Anknüpfungspunkte zur Kreispolitik. Das habe den Ausschlag pro Kreistag und contra Stadtrat gegeben. Die Kampfkandidatur gegen Martin Dahmen bezeichnet der Parteichef als „demokratisch und spannend“.

Eine Rolle im Stadtrat wird Louy also zunächst nicht spielen. „Gemeinsam mit dem Kreistag würde das keinen Sinn machen“, so der Vorsitzende. Zudem gebe es in Tönisvorst die Absprache, keine Doppelmandate einzugehen.

Grundsätzlich sieht der Parteichef die CDU gut aufgestellt. „Aus meiner Sicht haben wir vom Parteivorstand ein recht solides Angebot aus erfahrenen Personen und einigen neuen Gesichtern gemacht.“ Ihm sei es wichtig, dass „im Vorschlag unser Frauenquorum berücksichtigt wird und dass die Junge Union mit zwei Kandidaten eine sehr gute Chance bekommt“.

Gerade bei den jetzigen Herausforderungen in Tönisvorst sei es wichtig, Erfahrung mitzubringen „ohne die Begeisterung für neue Ideen zu verlieren“. Auf der Nachrückerliste seien die Jüngeren „etwas günstiger positioniert. Das letzte Wort haben aber unsere Mitglieder am 15. Februar bei unserer Mitgliederversammlung“, so Louy.

Angelika Hamacher beendet ihr politisches Engagement

Angelika Hamacher (53) hat sich den Abschied von der aktiven Lokalpolitk nach mehr als drei Legislaturperioden gut überlegt. „Ich bin weder politik-, noch amtsmüde, aber zeitlich ist das politische Engagement sehr aufwendig“. Sie habe, so Hamacher, außerdem ihre Arbeitszeit als Familienrichterin in den letzten Jahren aufgestockt. Nun möchte sie der eigenen Familie und anderen Interessen mehr Zeit als zuletzt möglich widmen. Es freut sie, dass engagierte neue Leute nachrücken, „wie beispielsweise Christiane Marpe“. „Mir wird der persönliche Kontakt fehlen. Aber ich habe mir das sehr gut überlegt. Umstimmen kann man mich nicht.“

Ihr Fazit zur Fraktions-Doppelspitze ihrer Partei mit Andreas Hamacher rund Dirk Rütten fällt positiv aus. „Die Doppelspitze hat sich bewährt.“ Fraktions- und Parteispitze „arbeiten gut und sachlich zusammen“.

Ratsherr Helmut Drüggen
macht Jüngeren Platz

„Ich habe jetzt ein Alter erreicht, wo ich Jüngeren Platz machen will. Ich werde in diesem Jahr 73“, sagt Helmut Drüggen, seit 1985 politisch aktiv, seit 1999 im Stadtrat. „Junge Menschen bringen auch mal andere Ansichten mit. Das tut gut.“ Jetzt, so Drüggen, fühle er sich noch fit und er sei es auch. „Aber man tritt ja für fünf Jahre an. Diese Perspektive muss man den Leuten auch geben. Das ist man seinen Wählern schuldig.“

Nun freut er sich auf mehr Zeit für die vier Enkelkinder. Und seine Lehrtätigkeit zum Thema „Kommunalrecht“ am Studieninstitut Niederrhein fordert ihn weiter.

Günter Körschgen tritt „selbstverständlich“ wieder an

Für Günger Körschgen, mit 77 Jahren der Senior im Stadtrat, ist es „selbstverständlich“, dass er noch eine weitere Legislaturperiode anstrebt. „Mein Antrieb ist der selbe wie vor 25 Jahren“, sagt er. Solange „mich meine Füße tragen und mein Geist fit ist, will ich die Stadt mitgestalten und für den Bürger da sein“.

Sein Wahlbezirk ist das Seidenviertel mit Korn- und Feldstraße. „Da bin ich jeden Tag präsent“, sagt er. Und er bekomme seit gut einem Jahr jeden Tag auch einen Spruch zur Bundespolitik.

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