Tönisvorster Politik folgt Anwohnerprotesten.

Verkehr in Tönisvorst : St. Tönis: Hülser Straße bald für Lkw gesperrt

Ortstermin von Bürgermeister Goßen, Kreispolizei und Straßen.NRW. Das Durchfahrtsverbot ist in Vorbereitung.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Bürgermeister Thomas Goßen im Bauausschuss. Es ging einmal mehr um die Lastwagen, die auf dem Weg nach Westen oder Norden über die St. Töniser Ring- und Hauptstraßen fahren.

Am ersten Schultag hatte sich der Bürgermeister mit einigen seiner Mitarbeiter, mit der Kreispolizei und Vertretern des Landesbetriebes Straßen.NRW am Kreuzungspunkt Nordring/Hülser Straße getroffen. Und es soll dabei, so Goßen, Einvernehmen erzielt worden sein, dass in Kürze in erster Linie die Hülser Straße für Lkw ab 7,5 Tonnen vorne und hinten gesperrt werden soll. Mit der Konsequenz, dass sich dann auch besagter Schwerlastverkehr auf dem Nord- und Ostring sowie an der großen Kreuzung „Nüss Drenk“ reduzieren dürfte.

Seit geraumer Zeit denken Politik und Verwaltung über Durchfahrtsverbote nach. Um Anwohner Alexander Strempel und Christel Falk hatten sich im Juni 80 Bürger geschart und auf Missstände durch rangierende Großfahrzeuge hingewiesen.

Vor allem an der Ecke Hülser Straße benötigten, so ihre nahezu täglich gemachte Erfahrung, schwere Auflieger, wenn sie vom Nordring nach rechts in die Hülser Straße fahren wollten, zum Einbiegen in die 90-Grad-Kurve oft auch die Spur der Gegenfahrbahn. Teilweise komme es zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern, so Strempel. Eine Sorge, die auch die Schulleiterin der Grundschule Hülser Straße teilte. Die Bürger-Initiative wurde durch CDU-Ratsherr Maik Giesen unterstützt. Noch zuletzt hatte Goßen an die Kommunalpolitiker appelliert, „Überzeugungsarbeit“ bei den Landtagsabgeordneten zu leisten.

Der Ortstermin
war konstruktiv

„Es ist jetzt zu einem extrem konstruktiven Ortstermin gekommen“, so der Bürgermeister am Donnerstagabend in seinem Fazit, wohl sehr zur Freude der Anwohner der Hülser Straße, an der neben dem evangelischen Gemeindezentrum die Gemeinschaftsgrundschule liegt. Goßen war überzeugt davon („natürlich muss dann auch kontrolliert werden“), dass sich dadurch der Schwerlastverkehr auch in Richtung der Innenstadt auf dem Ost- und Nordring verringern dürfte.

Derzeit würde, teilte Goßen weiter mit, der Landesbetrieb entsprechende Verbots- und Umleitungsschilder anfertigen lassen, die dann unter anderem am Anfang und Ende der Hülser Straße und einigen anderen Durchfahrtsstraßen aufgestellt würden.

Ziel müsse sein, den Verkehr größtenteils über Düsseldorfer Straße (L 379), K 22 (verlängerter Biwak) bis zu den Autobahnzufahrten in Willich-Münchheide zu führen. Durchfahrtsverbote für Lkw unter 7,5 Tonnen seien hingegen auf den Umgehungsstraßen nach den landesgesetzlichen Bestimmungen nicht möglich, ergänzte der Bürgermeister. Er hat kürzlich den Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“ in der Verwaltung übernommen.

Für das generelle Lkw-Routenkonzept ist der Kreis Viersen zuständig. „Wissen die jetzt von den beabsichtigten Änderungen und was noch wichtiger ist: Werden die Navis der Brummi-Fahrer durch die Betreiber entsprechend aktualisiert?“, wollte Hans-Joachim Kremser (SPD) wissen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass dies jetzt in das Konzept eingearbeitet und berücksichtigt werde.

Mit großer Freude hat Alexander Strempel am Donnerstagmittag die gute Nachricht aus dem Bauausschuss vernommen. „Großartig“ sei das. Er selbst habe damit zeitlich noch gar nicht gerechnet. „Ich hätte mich nach unseren Gesprächen mit Stadt und Straßen.NRW erst Ende September wieder des Themas angenommen.“

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