„Tönisvorster Hilfe“ kann Hilfe gebrauchen

„Tönisvorster Hilfe“ kann Hilfe gebrauchen

Zahl der Menschen, die kostenlos Lebensmittel benötigen, steigt weiter. In dieser Woche gibt es Aktionen bei Rewe.

Tönisvorst. Jürgen Beyer und Reinhard Bismanns haben Sorgen: Die „Tönisvorster Hilfe“, die sie vor drei Jahren gegründet haben, ist dem Ansturm der Menschen kaum noch gewachsen. „Zu den ersten Ausgaben sind knapp 40 Menschen gekommen. Mittlerweile sind es fast 150“, berichtet Vorsitzender Jürgen Beyer. 600 Personen seien als Kunden erfasst.

Alte, oft alleinstehende Menschen, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger — das sind die regelmäßigen Kunden der „Hilfe“. „Sie bekommen von uns ein Zubrot für den täglichen Bedarf“, sagt Bismanns. Zuletzt kamen aber auch immer mehr Flüchtlinge und Asylbewerber, die Lebensmittel wurden deshalb knapp. „Ohne die Unterstützung durch die Krefelder Tafel, die uns mit Lebensmitteln beliefert, könnten wir das gar nicht schaffen“, sagt Beyer.

Auch die örtlichen Lebensmittelhändler, Bäcker, Metzer und Landwirte sind dem Verein gewogen. Zudem stehen wieder Spenden-Aktionen an: Am Donnerstag und Samstag können Kunden bei Rewe am Neuen Markt von 10 bis 14 Uhr für fünf Euro eine gepackte Tüte mit Lebensmitteln kaufen. Diese können sie im Kassenbereich spenden, wo Mitarbeiter der „Hilfe“ warten. Am 29. November, 10 bis 17 Uhr, heißt es dann im Real-Markt „Kauf ein Teil mehr“. Auch hier werden die Kunden zu Lebensmittel-Spenden motiviert.

Hinzu kommen private Aktionen, etwa in Schulen und Kindergärten. Auch Straßengemeinschaften engagieren sich, zum Beispiel am Wasserturm in St. Tönis. Dort werden in der Nachbarschaft vor Weihnachten wieder Pakete spezielle für Kinder gepackt. „Im Vorjahr waren es mehr als 70“, erinnert sich Jürgen Beyer.

Trotz dieses großen Einsatzes reichen die Lebensmittel noch nicht aus. „Leider fehlen unter den Spendern die Filialisten“, bedauert Beyer. Ein weiteres Problem gibt es an anderer Stelle: Für die Lagerung der immer größeren Mengen, die benötigt werden, wird der ortsnahe Stauraum knapp. Auch in diesem Fall kann die „Hilfe“ selbst Hilfe gebrauchten.

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