Tönisvorster Hilfe: Der Umzug rückt näher

Lebensmittel-Ausgabe : Tönisvorster Hilfe: Der Umzug rückt näher

Die Tönisvorster Hilfe hat schon länger ein Platzproblem. Nun stehen bereits die Container für die neue Ausgabestelle.

Die Container stehen bereits seit einigen Wochen. Darin sind 23 Tische aufgebaut und fast fertig. Das Lager ist mit Regalen bestückt. Es sieht so aus, als ob die Lebensmittelausgabe schon bald losgehen könnte. Aber Jürgen Beyer und Heinz Dahmen, Erster und Zweiter Vorsitzender der Tönisvorster Hilfe, dämpfen zu hohe Erwartungen. Noch gibt es einiges zu tun, bis der Verein, der die Lebensmittelausgabe an bedürftige Menschen in der Stadt koordiniert, seine Ausgabe auf das Areal der Sportanlage an der Gelderner Straße verlegen kann. Die Freude über das, was man bisher schon geschafft hat, ist allen Beteiligten schon jetzt anzumerken.

Zur Vorgeschichte: Seit Oktober 2011 gibt es die Lebensmittelausgabe, die damals in einem Raum der Pfarrcaritas am Kirchplatz gestartet war. Ein Jahr später folgte der Umzug ins Marienheim. Doch dort stehen keine Lagerräume zur Verfügung und für die Ausgabe muss immer wieder auf- und abgebaut werden.

Pachtvertrag mit
dem Spielverein

Seit dem vergangenen Jahr hat die Tönisvorster Hilfe Kontakt zum SV, hat Ende des vergangenen Jahres den Bauantrag gestellt. Die Kreisbehörde in Viersen erteilte im Februar eine befristete Baugenehmigung bis Ende 2020. So kann der Verein bereits aktiv werden und muss nicht warten bis der Bebauungsplan für das Areal geändert ist. Zwar braucht es dafür auch noch die Zustimmung der Bezirksregierung. Aber Beyer ist optimistisch, dass das bis dahin geregelt ist. Mit dem Spielverein St. Tönis hat die Tönisvorster Hilfe nun einen Pachtvertrag bis zum Jahr 2054. Solange gilt auch der Pachtvertrag, den der Sportverein mit der Stadt abgeschlossen hat.

Dann konnte es losgehen. Der alte Container des SV, den die Hilfe übernehmen konnte, wurde zunächst abgebaut, das neue Fundament hergestellt und dann wieder aufgebaut. Sechs weitere neue Container konnten durch Spenden angeschafft werden, sodass nun Räum mit insgesamt 170 Quadratmetern zur Verfügung stehen.

„Ohne die Man-Power vom Spielverein hätten wir das so nicht umsetzen können“, sagt Jürgen Beyer. Die Sportler haben mit angepackt, wenn Hilfe gebraucht wurde. Sie haben Leitungen gelegt, Waschbecken montiert und 23 Tische gebaut. Diese zu kaufen, wäre zu teuer gewesen, sodass die Holzgestelle, die mit Rollen und Edelstahlfläche versehen sind, eigenhändig gebaut wurden. Zahlreiche Handwerksbetriebe haben kostenlos gearbeitet.

Koordiniert hat die Arbeiten Heinz Dahmen. Er weiß schon genau, wie die Kunden demnächst durch die Ausgabe gelotst werden. Es gibt zwei Türen. Die linke Tür führt hinein und mit Hilfe der neuen Tische wird ein Rundgang markiert. Dort können sich die Kunden mit Unterstützung der Helfer die Lebensmittel nehmen und durch die andere Tür den Raum verlassen. In den sechs Containern, die mit dem bestehenden Raum verbunden sind, sind Warenannahme und Lager.

Auch wenn die Arbeiten schon weit fortgeschritten sind, gibt es noch vieles zu tun. Besonders das Außengelände muss noch gestaltet werden.  Es muss angehoben und asphaltiert werden, damit die Ausgabestelle auch barrierefrei erreichbar ist. Daher wagt Jürgen Beyer auch noch keine Prognose, wann die erste Ausgabe am neuen Standort stattfinden kann. „So schnell es geht. Aber der Übergang muss auch geordnet sein“, sagt der Vorsitzende.

Nach einem Unfall ist das
Fahrzeug ein Totalschaden

32 000 Euro hat der Verein bisher für die neue Unterkunft ausgegeben. Rund 14 000 Euro muss jährlich für die laufenden Kosten aufgebracht werden. Mit Sorge blickt man in die Zukunft. Denn nach einem Unfall ist das einzige Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden, sodass in absehbarer Zeit ein neuer Wagen angeschafft werden muss.

Helfer, Spender und neue Mitglieder – das kann der Verein noch gut gebrauchen. Dass ihre Arbeit wichtig ist, daran lassen die Aktiven keinen Zweifel. Im Durchschnitt kommen 100 bis 120 Besucher zu einer Ausgabe. 155 Nutzer sind aktiv und kommen regelmäßig – weil diese oft ihre Familie versorgen, stehen dahinter 280 Menschen, die regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt werden. Seit Beginn der Arbeit 2011 hat die Hilfe insgesamt 130 368 Lebensmittelportionen ausgegeben.

Damit auch in nächster Zeit genug zur Verfügung steht, gibt es am 31. August die Aktion „Ein Teil mehr“ bei Rewe und Real. Die persönliche Einkaufsliste können die Kunden an diesem Tag um Zucker, Mehl und Salz, Kaffee, Kakao, H-Milch, Nudeln, Reis sowie Konserven oder andere haltbare Lebensmittel ergänzen. Lions Club Novaesia Neuss und die Tönisvorster Hilfe nehmen diese Lebensmittel dann von 11 bis 15 Uhr hinter den Kassen in Empfang.

Wer die Tönisvorster Hilfe tatkräftig oder finanziell unterstützen möchte, kann sich an Jürgen Beyer wenden, Tel. 02151/798945 oder per E-Mail:

Beyer-Toenisvorst@t-online.de

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