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Tönisvorster Ausbildungsinitiative: erfolgreich bewerben

Tönisvorster Ausbildungsinitiative: erfolgreich bewerben

Zum zweiten Mal gab es die Tönisvorster Ausbildungsinitiative. 45 Schüler waren diesmal dabei.

St. Tönis. Unwohlsein, schwitzige Hände, Herzschlag bis zum Hals — Bewerbungsgespräche können Nerven kosten. „Müssen sie aber nicht, wenn die Vorbereitung stimmt“, sagt Anja Müller, Vize-Vorsitzende der CDU in Tönisvorst. Auf ihre Initiative hin ist die Tönisvorster Ausbildungsinitiative entstanden.

Bei der zweiten Auflage nach 2011 lernten nun 45 Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren alles, was für eine erfolgreiche Bewerbung notwendig ist. In der Sparkasse in St. Tönis absolvierten sie die vier Workshop-Stationen: Bewerbung, Eignungstest, Vorstellungsgespräch, Praxis. „Tiermedizin oder eine kaufmännische Ausbildung“ — so genau wie Jill (14) wissen die meisten ihrer Altersgenossen noch nicht, was sie einmal machen wollen. „Mal schauen“, sagen Lucy, Helena, Denise oder Alexander.

Genau da setzt die Offensive an: Malermeister Thorsten Engler, Jutta Hartmann (Antoniuszentrum), Uwe Preul (Burger King) und Sabrina Tielke (Air Berlin) berichten aus der Praxis, machen Lust auf Berufe. „Ein Praktikum ist ein guter Einstieg“, sagt Engler. Dem Fachkräftemangel setzt er Berufschancen entgegen: „Jobs im Handwerk sind krisensicher.“

Personalreferentin Sabrina Tielke lässt „ihre“ Air Berlin-Azubis sprechen: „Der Spaß am Beruf entscheidet“, sagt der angehende Fluggerätemechaniker Sven Schmitz. Über den Eignungstest klären Alexander Decher und Christian Rütten auf — eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Job.

Ute Gruben, Ausbildungsleiterin bei NEW, gibt Tipps fürs Vorstellungsgespräch. „Wir bilden in 17 kaufmännischen oder technischen Berufen aus.“ Der angehende Industriekaufmann Daniel Naus (20) weiß, wie’s geht: „Freundliche Begrüßung, deutlich und konzentriert sprechen!“ Das Bewerbungsschreiben muss gut sein — wenn es auf 60 Ausbildungsstellen 1200 Bewerbungen gibt. Das berichtet Sabine Haberland-Hoffmann, Ausbildungsleiterin der Sparkasse.

Ist diese Hürde genommen, stehen die Aufstiegschancen gut: „Nach der Bankkauffrau-Ausbildung gehe ich das Duale Studium an“, sagt Melanie Schmacht (20). Nach dreieinhalb Stunden rauchen die Köpfe, die Teilnehmer sind zufrieden. Inklusive Arbeits- und Bewerbungsunterlagen sowie Teilnahmebescheinigung beginnt für sie nun ein hoffentlich sicherer Einstieg in den Beruf — ohne Herzschlag bis zum Hals.