Tönisvorst: Zwei Neubauten für Flüchtlinge in Vorst

24 Wohnungen : Neue Unterkünfte für Flüchtlinge

Etwa 24 Wohnungen für Flüchtlinge und Obdachlose will die Stadt Tönisvorst auf dem Vorster Sportplatz bauen lassen. Sie sollen den Wohncontainer am Lenenweg ersetzen. Finanziert werden soll der Bau von einem Investor.

An insgesamt 15 verschiedenen Standorten hat der Fachbereich Soziales und Wohnen der Tönisvorster Stadtverwaltung zurzeit Flüchtlinge und obdachlose Menschen untergebracht. Einer der Standorte befindet sich am Lenenweg und besteht aus einem Wohncontainer. „Der Container ist allerdings alles andere als optimal“, sagt Bürgermeister Thomas Goßen am Dienstagabend im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport. Nicht nur, dass Container keine würdige Unterbringung seien, betonte er, die Miete sei hoch, und der Container sei zudem weder ökologisch noch klimafreundlich. Deshalb wolle die Stadt eine neue Unterkunft am Vorster Sportplatz bauen.

Dort stand bereits einmal eine Notunterkunft für Flüchtlinge. „Der Standort hat sich bewährt“, sagt der Bürgermeister. Bis zu 50 Menschen sollen in den beiden Häusern Am Sportplatz 1a entlang der Süchtelner Straße untergebracht werden. Nach bisherigen Plänen sollen dabei zwei Baukörper mit jeweils zwölf Wohnungen auf drei Ebenen, Erdgeschoss, Obergeschoss und Dach­geschoss, zwischen 40 und 70 Quadratmetern entstehen. Der Wohncontainer am Lenenweg hätte dann endlich ausgedient.

Stichwort Finanzierung des Projekts: Für den Neubau solle „privates Kapital akquiriert werden“, wie der Bürgermeister mitteilt, sprich: Die Stadt sucht einen Investor, der die Unterkunft baut, die die Stadt dann mietet. Im Ausschuss für Gebäudemanagement und Liegenschaften, der am 8. Oktober tagt, will Goßen die Pläne genauer vorstellen und sich dann auch zum Zeitplan äußern.

Fest steht aber bereits, dass Grundriss und Ausstattung der neuen Unterkunft variabel geplant werden sollen, damit die Neubauten sowohl als Gemeinschaftsunterkünfte, als auch als Wohnraum für Familien mit Kindern, Paare oder Einzelpersonen genutzt werden können.

Weitere Zuzüge erwartet durch Familienzusammenführung

Nötig sei der geplante Neubau nicht nur, weil der Wohncontainer am Lenenweg ausgedient habe, sondern auch, weil in Tönisvorst weitere Zuzüge durch Familienzusammenführung erwartet werden und weil außerdem einige der noch angemieteten Häuser – wie etwa das Haus in der Ortsmitte von Vorst – nicht mehr dauerhaft zur Verfügung stehen, da die Eigentümer andere Pläne mit ihren Immobilien haben.

Michael Lambertz von der UWT regt im Ausschuss an, weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, da damit zu rechnen sei, dass auch weiterhin Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

Alexander Decher von der CDU-Fraktion weist darauf hin, dass es in der großen Unterkunft an der Industriestraße in St. Tönis – dort hat die Stadt 2015 das ehemalige Daihatsu-Bürogebäude als Notunterkunft angemietet und umgebaut – durchaus noch Kapazitäten gebe. Insgesamt stehen der Stadt Tönisvorst zurzeit der Wohncontainer, das Daihatsu-Gebäude, neun Mehrfamilienhäuser und eine Wohnung für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen zur Verfügung. Acht Immobilien sind dabei im Besitz der Stadt, die anderen sind von der katholischen Kirche, der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft des Kreises, Firmen und Privateigentümern
gemietet.

Wie Bürgermeister Thomas Goßen im Ausschuss außerdem mitteilt, seien vier der Immobilien an anerkannte Flüchtlinge weitervermietet, so dass die Kosten durch die Mieter selber oder durch das Jobcenter erstattet werden und damit gesichert sind.

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