Tönisvorst: Wirtschaftsförderer Markus Hergett zu Höhenhöfe-Areal

Tönisvorst: Interview mit Wirtschaftsförderer Höhenhöfe-Areal : „Sachlich ist das ein Top-Standort“

Interview Verkauf von Real? Viele freie Flächen? Um das Höhenhöfe-Areal in St. Tönis wird diskutiert. Ein Gespräch mit Wirtschaftsförderer Markus Hergett.

Herr Hergett, die WZ hat berichtet, dass die Firma SAMCO  eine Lagerhalle auf einem 9000-Quadratmeter-Grundstück auf dem Höhenhöfe-Areal plant. Welche weiteren größeren Projekte stehen auf dem Areal an?

Markus Hergett: Das größte der bereits öffentlichen Projekte ist das von NOFFZ Technologies. Die Gesellschafter planen einen Technologie-Campus für rund 300 hochqualifizierte Arbeitskräfte auf einem rund 21 000 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet – aktuell beschäftigt NOFFZ mehr als 130 Mitarbeiter. Die Stadt Tönisvorst, auch in Person von Bürgermeister Thomas Goßen, unterstützt dieses Projekt. Weitere Projekte, die noch nicht kommuniziert werden können, sind in Vorbereitung. Diese betreffen Flächen in einer Dimension von rund 20 000 Quadratmetern, so dass im Moment rund 50 000 Quadratmeter an den Höhenhöfen in Projekte eingebunden sind.

Die Tönisvorster Wirtschaftsförderung hat mit der Firma GPEP, die für den Eigentümer des Hauptareals die Flächen vermarktet, eine „Charme-Offensive“ gestartet. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Hergett: Der Bereich Höhenhöfe hat in den Augen von Wirtschaftsförderung und GPEP sehr viel Potenzial. Dieses soll noch besser und stärker genutzt werden. In den letzten zweieinhalb Jahren haben wir in intensiven Gesprächen und in Zusammenarbeit beikleineren Bauprojekten an den Höhenhöfe die Basis für eine noch engere Zusammenarbeit geschaffen. Nach dem Eigentümerwechsel – ein ausländischer Eigentümer hat die Fläche an einen deutschen Fonds mit Sitz in Frankfurt veräußert – hat sich die Lage sehr verbessert. Vor dem Eigentümerwechsel hatten wir in kurzer Zeit bis zu sechs verschiedene Ansprechpartner beim damals beauftragten Vermarktungs-Unternehmen – das ist für die Projektabwicklung natürlich nicht ohne Folgen geblieben. Bei GPEP haben wir einen festen Ansprechpartner.

Warum sollten sich Unternehmen für den Standort Höhenhöfe entscheiden?

Hergett: In der Vergangenheit haben häufig nicht immer gute Nachrichten das Image des Standortes belastet. Sachlich betrachtet ist es ein absoluter Top-Standort: „Lage, Lage, Lage“, um beim Immobiliensprech zu bleiben. Die bekannten Herausforderungen aus der Wasserschutzzonenverordnung machen das Produkt Höhenhöfe erläuterungsbedürftig. Die Wasserschutzzone ist aber für zahlreiche mögliche Projekte kein absoluter Hemmschuh. Der Kreis Viersen als zuständige Untere Wasserbehörde unterstützt uns hier vor Ort. Ansiedlungen von Technologieunternehmen, Großhändlern und großen Handwerksunternehmen sind möglich. Einzelhandel ist ausgeschlossen. Mit einer Belastung der Ortskerne ist daher nicht zu rechnen.

Für das Areal gelten zwei Bebauungspläne. Was bedeutet das für künftige Nutzer?

Hergett: Es handelt sich um eine sehr große Fläche. Aus der Historie heraus gelten für den Bereich die Bebauungspläne Tö23.1 und T46.1 – das bedeutet für künftige Nutzer keinerlei Nachteile. Es handelt sich lediglich um zwei klar umrissene Teilgebiete, die insgesamt das Gewerbegebiet Höhenhöfe bilden. Für eines der Großprojekte wird derzeit eine Anpassung des Bebauungsplanes Tö23.1 durch die Stadtplanung und den Planungsausschuss vorbereitet. Für die nächste Sitzung des Fachausschusses hoffe ich auf eine breite Unterstützung aus unserer Politik.

Für viele Tönisvorster ist das Gebiet einfach „Real“: Wie sehr ist es mit dem Schicksal der Supermarktkette verknüpft?

Hergett: Das Fachmarktzentrum Höhenhöfe ist ein sehr hochwertiges Retail-Objekt. Nach meinen Informationen sind die dort generierten Umsätze im oberen Bereich des üblichen Rahmens solcher Objekte verortet. Für solche Objekte gibt es üblicherweise sehr langfristige Mietverträge. Einen solchen soll es für das FMZ Höhenhöfe auch geben. Die Höhe der Umsätze hier in Tönisvorst ist eine sehr gute Voraussetzung für eine weitere Nutzung nach dem derzeit laufenden Verkaufsprozess von Real – unter welcher Flagge auch immer.