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Tönisvorst: Wasserspender und Kiosk für nachhaltige Schulen

Tönisvorst : Tönisvorst: Wasserspender und Kiosk für nachhaltige Schulen

Im Michael-Ende-Gymnasium und in der Gesamtschule soll der Plastikverbrauch reduziert werden.

Das Michael-Ende-Gymnasium (MEG) und die Rupert-Neudeck-Gesamtschule (RNG) in Tönisvorst setzen sich für mehr Klimaschutz und weniger Plastikverbrauch ein. Auf dem Gelände der beiden Schulen wurden nun drei Wasserautomaten aufgestellt. An diesen können die Schülerinnen und Schüler ihre Wasserflaschen auffüllen. „Denn die übrigen Wasserleitungen sind aus den 70er Jahren und von den alten Wasserhähnen in den Toiletten oder den Klassenzimmern, möchten die Schüler nicht gerne trinken“, sagt Oliver Enderlein, Inhaber des Tönisvorster Unternehmens Pure Water Consulting, das das Projekt an den Schulen ins Leben gerufen hat.

Zusätzlich zu den Automaten wurde ein neuer Kiosk im früheren Büro der Sozialarbeiter eröffnet. „Dort werden unter anderem recycelte und nachhaltige Schulutensilien verkauft, es gibt aber natürlich auch ein wenig Nervennahrung zu kaufen“, sagt Jan Fruhn. Er ist Mitglied der Schülervertretung (SV) und organisiert mit etwa 20 Mitstreitern den Verkauf im Kiosk. Montags, mittwochs und donnerstags kann man dort in den Pausen hingehen. Neben den Schulmaterialien und Süßigkeiten gibt es aber auch Mehrwegflaschen und Karten zu kaufen, mit denen man das Wasser an den neuen Wasserspendern bezahlen kann. Das Guthaben auf diesen Karten beträgt fünf Euro, jeder Liter Wasser kostet 20 Cent. Die Kinder und auch Lehrer der beiden Schulen können also mit ihren Flaschen an dem Wasserautomaten gehen, die Karte in den Automaten stecken und auswählen, ob sie Stilles Wasser oder eine Erfrischung mit Sprudel haben wollen.

„Bei dem Wasser handelt es sich um ganz normales Leitungswasser, das gefiltert und gekühlt wird. Tafelwasser nennt man das dann“, so Oliver Enderlein. Damit das Wasser keine Bakterien enthält, wird es durch mehrere Filtersysteme geleitet. Er weist darauf hin, dass öffentliche Wasserspender in anderen Ländern Gang und Gebe sind. Mit den Projekten an Schulen hofft er, dem Ganzen einen Anfang zu geben. Ein großes Interesse anderer Schulen sei bereits vorhanden, berichtet er.

„Das Projekt wurde bis jetzt gut angenommen“, sagt Enderlein. „In der vergangenen Woche wurden mit dem an den Automaten gezapften Wasser theoretisch 1600 Einwegflaschen ersetzt.“ Vorausgesetzt natürlich, die Schüler befüllen ihre Mehrwegflaschen und keine Einweg-Plastikflaschen. Schilder und auch die Lehrer im Unterricht weisen darauf hin, dass man keine PET- und Einwegflaschen benutzen sollte. Von diesen trage sich das Mikroplastik ab und gelange dann mit dem Wasser in den Kreislauf. „Stattdessen sollte man Glas-, Edelstahl- oder Silikon-Flaschen benutzen. Diese halten weitaus länger, bringen keine gesundheitlichen Risiken mit sich und sind sehr nachhaltig“, rät der Experte.

Auch in anderen Städten verfügen Schulen bereits über entsprechende Anlagen. In Krefeld gibt es schon  seit mehreren Jahren im Ricarda-Huch-Gymnasium und der Marienschule einen Wasserspender. Außerdem hat Oliver Enderlein noch mehrere solche Projekte in Aachen und Neuss an den Start gebracht. Er wurde auf das Michael-Ende-Gymnasium aufmerksam, da René König, ein Lehrer des MEG, mit einigen Schülern eine Plastik-Sammelaktion gestartet hatte. Er schlug der Schule vor, einen Wasserspender aufzustellen, um weiteren Plastikmüll vermeiden zu können.

Zusammen mit dem neuen Schulkiosk, der nachhaltige Waren anbietet, und den Wasserautomaten versucht die Schule immer umweltfreundlicher zu werden. „Als nächstes werden wir uns einmal genauer der Mülltrennung widmen“, kündigt René König das weitere Vorgehen an.