Tönisvorst: Vauth-Prozess erst 2011?

Die Staatsanwalt arbeitet sich noch durch ganze Kisten von Akten.

Tönisvorst. Es wird ermittelt und ermittelt. Ein Ende ist offenbar längst nicht in Sicht. Ob und wann die Staatsanwaltschaft im Strafverfahren gegen den früheren Tönisvorster Rechtsanwalt Lothar Vauth eine Klage erhebt, ist völlig offen. Denkbar ist, dass ein möglicher Prozess erst im nächsten Jahr starten könnte. Das erklärte der Krefelder Pressestaatsanwalt Hans-Dieter Menden auf Nachfrage der Westdeutschen Zeitung. Ein Termin sei nur "ganz schwer" zu prognostizieren.

"Das sind ja kistenweise Unterlagen", sagt Menden. Das Ganze sei eine "Heidenarbeit". Der Kollege, der damit befasst sei, müsse alles sichten. Zwar hat die Polizei bereits ermittelt und einen Schlussbericht geschrieben, dennoch müsse der Staatsanwalt alles nochmal sichten.

Lothar Vauth wird Untreue vorgeworfen. Er soll Mandantengelder nicht korrekt abgerechnet haben. Unmittelbar nach den tollen Tagen im Jahr 2009 hatte die Staatsanwaltschaft die Unterlagen aus der Krefelder Kanzlei beschlagnahmt. Der frühere Karnevalsprinz wurde später mit einem vorläufigen Berufsverbot belegt. Inzwischen hat es eine ganze Reihe von zivilen Verfahren gegeben, die allerdings mit dem Strafverfahren nicht viel zu tun haben. Alle waren in die jeweils nächste Instanz gegangen,

"Es gibt eben Verfahren, da muss man viel lesen", sagt Menden mit Blick auf die Aktenberge, die die Staatsanwaltschaft derzeit sichtet. Natürlich bekomme die Verteidigung ebenfalls Akteneinsicht.

Was ist dran an der Aussage, die Staatsanwaltschaft bereite sich diesmal besonders gründlich vor, weil sie es mit einem Juristen zu tun habe. "Das sind so Sprüche. Wir machen alles genau. Vor dem Gesetz sind alle gleich", sagt Menden.

Bei den zivilen Prozessen war Lothar Vauth bislang nie persönlich anwesend, er hatte sich stets krank gemeldet. Ginge das in einem Strafprozess auch? "Nein, dann würde gleich zu Beginn ein Gutachter eingeschaltet, der feststellt, wie verhandlungsfähig der Mann ist", erklärt Menden.

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