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Tönisvorst: St. Tönis: Zehnter Trödel im Glashaus für den guten Zweck

Trödel für den guten Zweck : Gutes tun im Glashaus

Bereits zum zehnten Mal verkaufen Gudrun und Rolf Hübecker Stücke aus ihrem eigenen Besitz, diesmal für ein Projekt in Nigeria.

. Gudrun und Rolf Hübecker haben wieder fleißig aussortiert. Bereits zum zehnten Mal organisieren sie einen Trödelmarkt im rund 500 Quadratmeter großen Glashaus, das auf ihrem Grundstück an der Rosenstraße in St. Tönis steht. Die Stücke, die dort ab dem kommenden Sonntag eine Woche lang verkauft werden sollen, stammen allesamt aus ihrem eigenen Besitz.

Die Auswahl ist groß und vielfältig, rund 1000 Artikel sollen es sein, allein 500 Bücher sind dabei, „aus Reise, Küche, Gesundheit und Allgemeines“, so Rolf Hübecker. „Wer viel liest, weiß mehr.“ 200 CDs können durchstöbert werden, ebenso eine Kiste mit Elektrokleinteilen – „fast alles Neuteile“, so Hübecker –, Lampen, Pflanztöpfe, Bilder und Kappen, die bei verschiedensten Gelegenheiten gesammelt wurden.

Aber auch große Artikel stehen zum Verkauf. Zum Beispiel eine dreisitzige Ledercouch in Dunkelblau, oder eine komplette, abgebaute Sauna für vier bis sechs Personen. Ob Fitnesswand, alte Fernseher oder ein antiker Schrank, „alle Artikel sind voll funktionsfähig“, versichert Rolf Hübecker. Der Mindestpreis übersteige bei keinem der Stücke zwei Euro, die großen Artikel sollen aber meistbietend verkauft werden. „Alles für freiwillige Spenden.“

Es werde eine Bieterliste ausgelegt, in die Interessenten ihr Gebot, Name und Telefonnummer eintragen. „Am letzten Tag werden die Teile dann übergeben“, sagt Hübecker. Darüber hinaus spielten die Hygienemaßnahmen diesmal bei der Organisation eine große Rolle. So sollen die Besucher vorne ins Glashaus hinein und hinten hinausgeleitet werden.

Dass bei neun vorangegangenen Trödel-Aktionen immer noch derart viele Artikel zusammenkommen, erklärt das Ehepaar so: „Ich bin so viel gereist“, erzählt Rolf Hübecker. Auch aus der früheren eigenen Gärtnerei seien einige Dinge zusammengekommen. So habe sich im Laufe der Jahre eine Menge angesammelt. „Im Alter stellt man sich dann etwas kleiner auf“, so der 73-Jährige. „Als wir umgezogen sind, waren dann drei Keller leerzuräumen.“

„Auch in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ sei er schon zu Gast gewesen. „Eine wunderbare alte Orgel habe ich dort verkauft.“ Einige Teile habe man natürlich noch gebrauchen können, aber die meisten soll so für den guten Zweck abgegeben werden.

Dieser gute Zweck ist diesmal ein Projekt in nigerianischen Lagos: Der Tönisvorster Verein „Enyemaka Ohaneze“ (steht für „Hilfe für alle“) hat dort mit dem katholischen Pfarrer Oliverdom Qguadiuru – der auch eine Zeit lang in der St. Töniser Pfarrgemeinde St. Cornelius arbeitete – ein Ausbildungszentrum für Jugendliche errichtet. Ganz fertig ist dieses noch nicht, darum werden zusätzliche Spendengelder benötigt. „Wenn wir dazu etwas beitragen können, wäre das schön“, sagt Hübecker.

Aufmerksam wurde er auf das Projekt, als er Marianne Kramer kennenlernte, die für den Verein „Hilfe für Alle“ gemeinsam mit anderen Frauen selbstgemachte Marmeladen und kleine Textilien verkauft. „Die Marmeladen sind wahnsinnig lecker“, sagt Rolf Hübecker. Auch die sollen beim Trödel verkauft werden.