Nach Geldautomaten-Sprengung Sparkasse in St. Tönis kehrt zu Normalbetrieb zurück

Tönisvorst · Geldautomaten-Sprenger sorgten im Juni 2023 für erhebliche Schäden an der Sparkassen-Filiale in St. Tönis. Jetzt ist die Sanierung abgeschlossen. Der Investitionsaufwand war immens.

 Die Geschäftsstelle der Sparkasse in St. Tönis ist ab Montag, 27. Mai, wieder normal geöffnet.

Die Geschäftsstelle der Sparkasse in St. Tönis ist ab Montag, 27. Mai, wieder normal geöffnet.

Foto: Norbert Prümen

Die Geschäftsstelle der Sparkasse an der Ringstraße / Ecke Krefelder Straße in St. Tönis kann bald zum Normalbetrieb zurückkehren: Ab Montag, 27. Mai, soll sie wieder „unter vollen Segeln“ laufen, wie die Sparkasse Krefeld mitteilt. Damit ist nach fast einem Jahr die Zeit des Provisoriums vorbei – für Mitarbeitende wie für Kundinnen und Kunden. Die Geschäftsstelle hatte in den vergangenen Monaten umfangreich saniert werden müssen, nachdem Geldautomaten-Sprenger in der Nacht auf den 2. Juni 2023 die Filiale heimgesucht hatten.

Gegen 2.35 Uhr waren Anwohner durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden: Drei Automaten waren gesprengt worden. Durch die Wucht der Explosion waren Fensterscheiben geborsten, die Scherben lagen meterweit verstreut. Beute machten die Täter nicht. Die Tresore hätten standgehalten, die Sicherheitsmaßnahmen hätten gewirkt, berichtete Sparkassen-Sprecher Harald Schulze damals. Menschen kamen nicht zu Schaden. Über der Geschäftsstelle befinden sich keine Wohnungen, sondern Geschäftsräume.

Erhebliche Schäden an Gebäude und Technik

Doch die Schäden am Gebäude und an der Technik waren erheblich. Dennoch gelang es, kurze Zeit später die Filiale provisorisch wieder zu öffnen. Mitte August folgte die Installation mehrerer SB-Geräte im rückwärtigen Eingangsbereich zum Parkplatz Friedensstraße – so standen für die Kundinnen und Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten zwei Geldautomaten und zwei SB-Terminals zur Verfügung.

Jetzt ist die Sanierung abgeschlossen. Ab Montag, 27. Mai, 9 Uhr, soll die Geschäftsstelle wieder vollumfänglich genutzt werden können, heißt es von der Sparkasse. Das Team um Leiter Horst Klausmann sei froh, die Zeit des Provisoriums hinter sich zu lassen: „Es ist ein schönes Gefühl für uns alle, dass wir ab sofort wieder in vollem Umfang für die St. Töniserinnen und St. Töniser da sein können“, so Klausmann.

Das Foyer ist wieder hergestellt. Dort befinden sich künftig ein Geldautomat, zwei Ein- und Auszahlautomaten sowie fünf SB-Terminals, die auch außerhalb der Öffnungszeiten zwischen 6 und 24 Uhr genutzt werden können. Die noch im rückwärtigen Bereich der Geschäftsstelle stehenden SB-Geräte sollen laut Sparkasse planmäßig im Laufe des Monats Juni abgebaut werden.

Der Investitionsaufwand zur Wiederherstellung der Filiale war immens. Mehr als 870.000 Euro kostete es, um Gebäudeschäden zu beseitigen und die zerstörten Geräte zu ersetzen, teilt die Sparkasse weiter mit. Ganz auf Geldautomaten verzichten will man nicht: „Die Nachfrage nach Bargeld ist nach wie vor sehr groß“, sagt Sparkassen-Sprecher Schulze. Entsprechend werden nach der Sprengung von Geldautomaten neue Geräte installiert. Bis diese da sind, dauert es – zuletzt lag die Lieferzeit bei neun Monaten.

Um die Menschen im Umfeld der Geldautomaten und die Mitarbeitenden zu schützen, aktualisiere man permanent die Sicherheitsbemühungen, teilt die Sparkasse mit. Dies sei mit großen Investitionen verbunden – im gesamten Geschäftsgebiet der Sparkasse Krefeld summierten sie sich seit 2022 auf rund 1,7 Millionen Euro. Die Automaten verfügten über Tresore der höchsten Sicherheitsklasse, heißt es von der Sparkasse. Darüber hinaus mache die Einfärbung der Geldscheine mit Tinte eine mögliche Beute für Täter wertlos. Zudem verbessere man die Sicherungsmaßnahmen laufend weiter. „Wir wollen ,vor die Tat‘ kommen“, so Schulze. Heißt: Geldautomaten-Sprenger sollen daran gehindert werden, überhaupt erst Schäden verursachen zu können.

Dafür gibt es beispielsweise Vernebelungsanlagen. die Tätern die Orientierung erschweren sollen, wenn sie illegal in die Vorräume einer Geschäftsstelle eindringen. Auch eine „markante optische und akustische Abschreckung“, also lauter Alarm, soll Geldautomaten-Sprenger daran hindern, ihre Tat auszuführen. Doch weder die Sicherheitsvorkehrungen noch Plakate, die darauf hinweisen, dass ein Angriff auf die Geldautomaten sinnlos ist, hielten Täter zuletzt von Angriffen auf Automaten in St. Tönis und im Umland ab.

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