Weiterführende Schulen in Tönisvorst „Containerstadt fürs Corneliusfeld“

Tönisvorst · Die Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst platzt aus allen Nähten. Deswegen werden jetzt Mehrklassen gebildet. Container kommen als Zwischenlösung ins Spiel.

Um Platz für weitere Klassen zu haben, werden sich Container am Corneliusfeld wohl nicht vermeiden lassen.

Um Platz für weitere Klassen zu haben, werden sich Container am Corneliusfeld wohl nicht vermeiden lassen.

Foto: Norbert Prümen (nop)

(brh) Einstimmig beschloss der Ausschuss für Bildung und Schule, dem Antrag der Rupert-Neudeck-Gesamtschule zu folgen und in den kommenden Jahrgängen 6 und 7 eine Mehrklasse einzurichten. Von der Bezirksregierung ist die Gesamtschule vierzügig genehmigt, mit 25 bis 29 Schülern pro Klasse. Das wären maximal 116 Schüler. Aktuell sind aber 126 Schüler in der Jahrgangsstufe 5 und 122 in der Stufe 6.

Für Zuwächse sorgen gleich mehrere Gründe: Zu berücksichtigen sind Wiederholer, dazu kommen Schulformwechsler nach Ende der Erprobungsphase in der sechsten Klasse vom Gymnasium in die Gesamtschule. Drittens dreht es sich um neu zugewanderte Schüler, vor allem aus der Ukraine. Die Stadt weist diese Schüler wegen vorhandener Sprachschwierigkeiten in die Gesamtschule statt ins Gymnasium.

Ende des Schuljahres würden in Stufe 5 und 6 die Schülerzahlen für die Einrichtung einer Mehrklasse erreicht. Mit einer Mehrklasse jeweils in der Stufe 6 und 7 im Schuljahr 2024/25 hat die Rupert-Neudeck-Gesamtschule mit Ausnahme der Eingangsstufe 5 durchgängig fünf Klassen, ohne offiziell fünfzügig zu sein.

In der Ausschusssitzung unter der Leitung von Anja Lambertz (CDU) stand die Zustimmung für Mehrklassen überhaupt nicht ernsthaft in Frage. Aber allen Beteiligten war klar, dass vor allem die Raumfrage das Problem ist. Alexander Decher (CDU) war der erste, der von der Verwaltung ein Raumkonzept forderte. Thomas Dudda von der Bezirksregierung wies in der Sitzung auf die begrenzten Raumkapazitäten am Standort Schulzentrum Corneliusfeld hin. Dem benachbarten Michael-Ende-Gymnasium fehlen auch durch die Umstellung auf G9 Räume. So gibt es in diesem Schuljahr am Gymnasium wieder eine Klasse 10 in der Sekundarstufe I. Da die Schüler nicht auf dem Schulhof sitzen könnten, brauche es eine Interimslösung.

Eine Interimslösung, wohlgemerkt für die Gesamtschule und nicht für das Gymnasium, hatte die Verwaltung bereits im Kopf. Fachbereichsleiter Jörg Friedenberg sprach von zwei möglichen Containern, die auf dem Schulhof aufgestellt werden könnten. Das ließ Wolfgang Folz, stellvertretender Schulleiter des Michael-Ende-Gymnasiums, nicht ruhen. Beim defizitären Raumkonzept im Schulzentrum solle die Verwaltung gleich über eine „Containerstadt nachdenken“, er sah den Bedarf beider weiterführenden Schulen eher bei zehn Containern. Das brachte Marcus Thienenkamp (FDP) ins Grübeln: „Im Haushalt sind gar keine Mittel für Container vorhanden.“ Und Hans Joachim Kremser (SPD) riet den Schulen, sich für eine gewisse Zeit zusammenzuraufen und nicht hinter den Kulissen die Neubaupläne zu behindern. Trotz der kontroversen Diskussion blieb das Ergebnis harmonisch: Der Ausschuss beschloss einstimmig die Bildung von zwei Mehrklassen an der Gesamtschule.

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