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Tönisvorst: Lukas Kuhlendahl gründete mit Freunden die Weltenweberei

Tönisvorst: Lukas Kuhlendahl „baut“ mit seiner Startup-Firma virtuelle Welten : Virtuelle Ausflüge zu realen Orten

Der St. Töniser Lukas Kuhlendahl „baut“ mit seiner Startup-Firma virtuelle Welten.

Herr Kuhlendahl, wir erreichen Sie in Südkorea - was machen Sie da?

Kuhlendahl: Eigentlich bin ich hier im Urlaub (lacht). Aber ich lasse trotzdem die Gelegenheit nicht aus, mich auch hier über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Die asiatischen Länder sind insgesamt etwas weiter in der Verbreitung von Technik, und vor allem Virtual Reality hat hier bereits in vielen Einkaufszentren ganze Etagen zur Freizeitbeschäftigung ausgefüllt. Es gibt vergleichsweise „einfache“ Anwendungen, wie zum Beispiel die „Plank- Challenge“, bei der man in VR auf einer dünnen Planke über einem virtuellen Abgrund balanciert, aber auch komplexe 3D-Bewegungssimulatoren, die Achterbahnfahrten oder Weltraumschlachten simulieren. Insgesamt dauert so eine „Fahrt“ nicht lange, ist hier aber auch wirklich nicht teuer.

Wann stand Ihr Wunsch fest, Game-Entwickler zu werden?

Kuhlendahl: Nach dem Abitur am MEG hatte ich noch ein Jahr Zeit zum Überlegen, der Zivildienst stand an. Im Zivildienst im Antoniuszentrum in St. Tönis ist mir klar geworden, dass ich definitiv etwas Kreatives machen möchte. Games entwickeln ist da sozusagen die perfekte Mischung aus allem: Für ein Spiel braucht man ja schließlich Zeichnungen, 3-D-Modelle, Programmcode, aber auch eine Geschichte, Charaktere, ganze Welten, das fand ich super.

Sie haben das Michael-Ende-Gymnasium in St. Tönis besucht. Was waren Ihre Lieblingsfächer?

Kuhlendahl: Mein allerliebstes Fach hatte ich nur ein Jahr lang, es war „Literatur“ in der zwölften Klasse. Dort haben wir als Kurs das ganze Schuljahr über ein Theaterstück  – „Viel Lärm um nichts“ von Shakespeare – auseinandergenommen, selbst gekürzt und komplett als Aufführung umgesetzt, mit drei Aufführungen am Ende des Schuljahres. Ich habe eine der Hauptrollen gespielt und wir haben für die Aufführung sogar einen Schultheaterpreis gewonnen.  Eigentlich schade, dass der Umgang mit der Bühne in der Schule so wenig thematisiert wird. Mir hat das damals einen unglaublichen Schub fürs Selbstbewusstsein gegeben.

Wie kam es zur Gründung der Weltenweberei?

Kuhlendahl: Nach dem Studium habe ich in einer Firma an einem Projekt gearbeitet. Dort sind nach und nach, als das Projekt größer wurde, Kommilitonen von mir ins Boot geholt worden. So habe ich das erste Mal mit einigen meiner Gründungskolleginnen und -kollegen zusammengearbeitet. Schon in dieser Firma, einer Unternehmensberatung mit einem Spieleprojekt, war uns klar, dass wir uns nach dessen Abschluss bezüglich unserer Zukunft vermutlich umsehen müssen. Wir haben dann beschlossen, gemeinsam eine Firma zu gründen und uns mit Virtual Reality zu befassen. Das Projekt war schneller beendet, als gedacht. Also haben wir auch früher gegründet, als ursprünglich geplant. Insgesamt ist aber alles sehr glatt verlaufen.

Bitte beschreiben Sie kurz ein Projekt, an dem Sie aktuell arbeiten.

Kuhlendahl: Aktuell arbeiten wir an verschiedenen Produktentwicklungen im medizinischen Bereich. Es sind unabhängig voneinander Leute auf uns zugekommen und haben zunächst ihre grobe Idee „gepitcht“, aus der wir jetzt gemeinsam etwas machen. Was genau, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir schon bald etwas zeigen können.

Was haben Sie und Ihr Team in Zukunft noch vor?

Kuhlendahl: Zunächst konzentrieren wir uns auf die vorhin erwähnten Produkte. Aber generell versuchen wir weiterhin, Virtual Reality mit Mehrwert zu erschaffen. Also Anwendungen, die nicht nur, wie hier in Südkorea, zur reinen Unterhaltung dienen, sondern auch den Nutzern etwas bieten, was sie mitnehmen können – neue Einblicke, neues Wissen oder neue Fähigkeiten. Gerade im kulturellen und medizinischen Kontext kann das Medium Unglaubliches erreichen.