Verwaltung : Eine Stadt sucht Personal

Zurzeit schreibt Tönisvorst zwölf Stellen aus. Vor allem im Bereich Bauen und Planung werden Mitarbeiter umworben.

Offene Stellen sind gerade im Dutzend in der Stadt Tönisvorst zu besetzten. Zwölf Angebote sind ausgeschrieben. Dabei reichen die Ausschreibungen von der Suche nach zwei neuen Sekretärinnen für das Michael-Ende-Gymnasium über einen Gärtner bis hin zu einer neuen Kraft im Sozial- und Erziehungsdienst an der Kindertageseinrichtung Brucknerstraße.

Bleiben wir kurz am Michael-Ende-Gymnasium: Ingrid Thyssen, langjährige Schulsekretärin in der MEG-Empfangszentrale, geht im August in den Ruhestand. Man kann sich vorstellen, wie wichtig es ist, eine solch zentrale Schnittstelle innerhalb des Schulapparates, den Knotenpunkt zwischen Schulleitung, Kollegium, Schüler, Elternschaft und Verwaltung, zu besetzen. Eine Vakanz würde Abläufe verlangsamen, möglicherweise verkomplizieren.

Mehr als eine Vakanz muss ein Fachbereich der Tönisvorster Verwaltung verkraften. Es ist das Themenfeld von Jörg Friedenberg. Bauen, Stadtplanung, Tiefbau, Friedhof. Dort sind gleich mehrere Stellen zu besetzen, Schlüsselpositionen in Sachen Infrastruktur einer modernen, mittelgroßen Stadt.

Der personelle Mangel in der Verwaltung – und das ist kein Tönisvorster Einzelbeispiel, sondern trifft die Kommunen reihum (die WZ berichhtete) – führt seit einiger Zeit dazu, dass Projekte sich zeitlich verzögern und nicht nur der Bürger, sondern auch die Politik vor der Erledigung von Projekten und Maßnahmen, Prüfungen und Anträgen um Geduld gebeten werden.

Friedenberg sagte kürzlich im Bau- und Verkehrsausschuss beispielsweise im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau und der „Kontrollfunktion“, die ab Herbst 2020 auf seine Kollegen im Tiefbau zukommt: „Es bedeutet einen hohen personellen Aufwand, die Baustellen zu kontrollieren.“ Er bat schon jetzt um Nachsicht, falls es zu Verzögerungen komme. Denn: „Ausreichendes Personal, davon sind wir beim öffentlichen Dienst zurzeit weit entfernt.“

Arbeit gibt es genug. Denn schließlich sind Friedenberg und sein Team auch mit der engen Begleitung des Stadtentwicklungskonzeptes 2035 für die Stadt Tönisvorst eingebunden.

Nach den Stadtteilspaziergängen durch Vorst und St. Tönis, die von Bürgern sehr gut angenommen wurden, nach ungezählten Impulsen, Vorschlägen und Hinweisen auf Schwachpunkte auf einer interaktiven Karte und der Fragebogen-Aktion, die an 3000 Tönisvorster Haushalte adressiert wurde: Die Ideen der Tönisvorster sind ausgewertet, die erste Phase des Stadtentwicklungskonzeptes ist abgeschlossen. Das Planungsbüro post welters + partner aus Dortmund legt nächste Woche einen ersten Zwischenstand vor. Neben Bürgermeister Goßen werden auch Friedenberg und Isabell Stimming von der Abteilung Planung an der Vorstellung teilnehmen.

Konkret sucht die Stadt Tönisvorst in der Abteilung Stadtentwicklung zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Stadtplaner. Die Bewerbungsfrist endet am 6. März. Besetzung „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Die Aufgabengebiete: Vorbereitende und verbindliche Bauleitplanung, Überörtliche Planungen (Regionalplanung, Planungen Dritter) Bearbeitung von städtebaulichen Sonderaufgaben (Stadtentwicklungsplanung, Rahmenpläne, städtebauliche Einzelprojekte etc.).

Die Stadt sucht außerdem einen Verwaltungssachbearbeiter für die Aufgabenbereiche Stadtplanung und Untere Denkmalbehörde in Vollzeit. Es geht auch hier um die Bearbeitung allgemeiner Stadt- und Bauleitungsaufgaben, die Übernahme der Aufgaben der Unteren Denkmalbehörde oder die Planungsrechtliche Prüfung von Bauanträgen und Bauvoranfragen.

Wanted: Bauingenieur für Tief- und Straßenbau

Bewerben kann man sich auch auf den Posten eines Bauingenieurs für den Bereich Tief-/Straßenbau. Unbefristet. Vollzeit. Das Stellenprofil umfasst unter anderem Planung und Umsetzung der Maßnahmen des Straßenbaus, Betreuung von Ingenieurbüros und Sonderfachleuten im Rahmen der Planungen und Bauausführung, Erstellung und Bearbeitung von Zuschuss- und Förderanträgen für den Bereich Tiefbau und die Mitwirkung bei Bürgerbeteiligungen/Bürgerinformationsveranstaltungen.

Ausgeschrieben ist zugleich eine unbefristete Vollzeitstelle als Bautechniker für den Aufgabenbereich Tief-/Straßenbau. „Die Stadt Tönisvorst unterhält ein Straßen- und Wegenetz von etwa 250 Kilometern Länge, 3400 Leuchtpunkte in der Straßenbeleuchtung sowie sechs städtische Lichtsignalanlagen.“ Wieder eine wichtige Schnittstelle einer Stadt. Es geht u.a. um die Umsetzung der Instandhaltungsmaßnahmen des Straßenbaus oder um Unterhaltungsmaßnahmen für die öffentlichen Straßen- und Wege, Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlagen sowie um die Überwachung und Abrechnung von Baumaßnahmen.

Last but not least sucht die Abteilung Zentraler Service im Bereich Organisation zwei Sachbearbeiter, unbefristete Vollzeitstellen, die zum 1. April zu besetzen sind.

Ein Blick in deren Aufgabenbereich: Da ist die Rede von projektbezogener organisatorischer Mitarbeit bei der verwaltungsweiten Umstellung auf die elektronische Aktenführung. Es geht um den Aufbau und die Pflege des Prozessmanagements der Stadt Tönisvorst, die Erarbeitung und Überprüfung der Ablauf- und Aufbauorganisation; Bewertung von Vor- und Nachteilen existierender bzw. geplanter Organisationsstrukturen; Beratung und Unterstützung der Leitungsebenen im Hinblick auf die Bildung effizienter Verwaltungsstrukturen, die Mitwirkung bei der Entwicklung neuer Verwaltungsstrukturen zur Verbesserung der Aufbau- und Ablauforganisation (Verwaltungsmodernisierung).

Klingt alles irgendwie schon nach dem neuen zentralen Verwaltungsbau. Noch eine Riesenaufgabe für eine Verwaltung, die personell aufgerüstet werden muss.