Kommunalwahl 2020 Die weibliche Seele der Grünen tritt hervor

Tönisvorst · Drei Frauen sind unter den fünf Spitzenkandidaten der Grünen. Sie wollen in der nächsten Legislaturperiode Erfahrungen sammeln – und zwei von ihnen in Zukunft vielleicht für das Spitzenamt in der Stadt kandidieren.

 Grüne Spitzenkandidaten im Kommunalwahlkampf (v.l.): Meral Thoms (Listenplatz 3),  Nicole Gobbers (5), Jürgen Cox (2) und Britta Rohr (1).

Grüne Spitzenkandidaten im Kommunalwahlkampf (v.l.): Meral Thoms (Listenplatz 3),  Nicole Gobbers (5), Jürgen Cox (2) und Britta Rohr (1).

Foto: Lübke, Kurt (kul)

Das Bild spricht Bände. Für die Partei der Grünen in Tönisvorst. Und für die Frauen in den Reihen. Sie treten vor, hervor, aus eigenem Antrieb, gefördert und offensichtlich auch getragen durch das sich Zurücknehmen älterer, erfahrener Parteikollegen aus dem Feld der fünf Spitzenränge.

Drei dieser fünf Spitzenplätze im Kommunalwahlkampf 2020 sind von Frauen besetzt. Ganz vorne steht der Name Britta Rohr. Sie ist 41 Jahre alt, Diplom-Medienwirtin, verheiratet, hat zwei Kinder (eineinhalb und drei Jahre). Sie ist eine in Tönisvorst Verwurzelte, aber auch mit Lebensstationen in Köln, München und Siegen eine Gereiste. Dazu eine ganz Frische, was die Parteizugehörigkeit angeht. Rohr ist seit 2018 bei den Grünen. Grün, mehr Grün, mehr machbare Mobilität ohne PS, mehr für Familien sind einige ihrer Kernthemen.

Auf Platz 3 der Reserveliste steht Meral Thoms, 49, Soziologin. Tönisvorst ist seit zwölf  Jahren ihre Heimat. Sie hat sich vor fünf Jahren den Grünen in der Stadt angeschlossen, erlebt Lokalpolitik als grüne Vertreterin unter anderem im Ausschuss für Bauen, Energie, Verkehr und Umwelt (BEVU) mit. Durchsetzungsfähig allein unter Männern. Digitalisierung in allen Facetten, in Schule, Beruf und privat genutzt,  ist ihr ein Anliegen – Ausbau und Qualität, um in Tönisvorst schnell und adäquat auf  Anforderungen in Zukunft  reagieren zu können.

Auf Platz 5 steht Nicole Gobbers. Gleich hinter ihrem Mann Roland, der ebenfalls kandidiert. Die 34-jährige gebürtige Tönisvorsterin ist Bautechnikerin in einem Unternehmen vor Ort. Die zweifache Mutter (Kinder sind zwei und sechs Jahre alt) strebt in den Stadtrat, um städtebaulich und planerisch nachhaltig Akzente zu setzen.

9,35 Prozent holten die Grünen bei der Kommunalwahl 2014. Diesmal soll am Ende ein zweistelliges Ergebnis stehen. Die 15, gerne noch mit einem Plus.

Alten Hasen wollen die jungen, weiblichen Grünen  – neben der Erfahrung ihres Parteifreundes Jürgen Cox – neue, kreative Ansätze entgegenstellen und „Verantwortung übernehmen“. Doch bevor es zumindest Britta Rohr, Meral Thomas und  die in der Partei ebenfalls  engagierte Constanze Litt denkbar und ambitioiert in eine Kandidatur um das Bürgermeisteramt  zieht, wollen sie Erfahrungen sammeln.

Wie funktioniert Politik in allen Facetten? Im Lauten, im Leisen, im Öffentlichen, in der Begegnung mit Bürgern, in der Umsetzung? Die nächsten Jahren sollen Übung geben. Wie klappt eine Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Partei-Engagement?

Themen sind klar: Natur- und Klimaschutz inklusive Nachhaltigkeit stehen vorn, eine bessere Mobilität und die Digitalisierung. Ziele der grünen Seele,  die die Grünen nicht nur durch eigenes Personal erreichen möchten. Rohr, Cox, Thoms, Gobbers und Co.  unterstützen diesmal bekanntlich den überparteilichen Bürgermeister-Kandidaten  Uwe  Leuchtenberg (SPD).

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