1. NRW
  2. Kreis Viersen
  3. Willich und Tönisvorst

Theaterfans sauer: Fahrten nach Krefeld eingeschränkt

Theaterfans sauer: Fahrten nach Krefeld eingeschränkt

Neue Konditionen für Bus-Abo rufen Protest hervor. Stadt will Personalaufwand in Grenzen halten.

Willich. Hildegard Diekmann und 14 weitere Theaterfreunde sind enttäuscht: Seit mehr als zehn Jahren nutzen sie das Angebot des Kulturteams der Stadt Willich, regelmäßig mit dem Bus zu den Vorstellungen des Krefelder Theaters gebracht zu werden. Doch jetzt wurde dieses Angebot stark eingeschränkt. „Schade“, schreiben die insgesamt 15 Unterzeichner dazu in einem Brief an unsere Redaktion.

Laut Bernd Hitschler-Schinhofen, Geschäftsbereichsleiter Kultur, ist die Zahl der Teilnehmer an den Fahrten in jüngster Zeit zurückgegangen: Statt bis zu 60 sind nur noch etwa 20 Theaterfreunde dabei. „Wir wollen dieses Angebot aber nicht sterben lassen“, versichert er. Der Personalaufwand müsse jedoch vertretbar sein.

Was genau hat die Stadt verändert? Bislang war es so, dass vom Kulturteam sechs Vorstellungen am Sonntag (meist nachmittags) und mindestens acht an Wochentagen (abends) angeboten wurden — einschließlich Busfahrt. Daraus konnte man einzelne, mehrere oder alle Vorstellungen buchen. „Zehn Jahre hat das wunderbar funktioniert“, schreiben die 15 Unterzeichner.

Nach seinem Amtsantritt als Geschäftsbereichsleiter vor einem Jahr hatte Hitschler-Schinhofen das Angebot jedoch auf den Prüfstand gestellt. „Es ist mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden, das Ergebnis hält sich für Willich aber in Grenzen“, sagt er. Die nur zweieinhalb Stellen im Kulturteam wolle er stärker dafür nutzen, eigene Angebote voranzubringen, als Fahrten in andere Städte zu organisieren.

Bernd Hitschler-Schinhofen wollte die Organisation der Fahrten deshalb ans Theater übertragen. Aber dort habe man kein Interesse gehabt. Auch die Suche nach einer ehrenamtlichen Kraft aus den Reihen der Theaterfreunde sei gescheitert.

Also wurden mit Hilfe des Theaters neue Pakete geschnürt. Es gibt jetzt sechs Vorstellungen am Sonntag mit Busfahrt sowie vier am Samstag — ohne Busfahrt. Wahlmöglichkeiten wurden abgeschafft, nur das jeweilige Gesamtpaket ist buchbar.

„In anderen Städten hat sich eine solche Regelung bewährt“, sagt der Willicher Kulturamtsleiter. Die Unterzeichner des Briefes sehen das kritischer: „Es ist abzusehen, dass die Theaterfahrten wegen zu geringem Interesse bald gestorben sein werden.“