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Schul-App: Stundenplan auf dem Smartphone

Schul-App : Stundenplan auf dem Smartphone

„AppYourSchool“ soll den Schulalltag erleichtern. Der Leiter des Meitner-Gymnasiums befürwortet die Idee.

Anrath. Morgens nie wieder zu früh in der Schule sein, weil man erst beim Betreten des Klassenraumes erfährt, dass der Lehrer für die nächste Stunde krank ist. Bis erst einmal eine E-Mail rumgegangen ist und alle Schüler Bescheid wissen, ist es meistens schon zu spät. Dabei sollte es doch möglich sein, eine Information schnell an alle Schüler zu versenden, damit diese nach einem Blick auf den ausgehängten Vertretungsplan nicht genervt wieder nach Hause laufen müssen.

Das hat sich wohl auch die Firma heinekingmedia gedacht und eine App entwickelt, die Lehrern und Schülern Nerven und Arbeit ersparen soll. Durch die Anwendungssoftware „AppYourSchool“ werde eine schnelle digitale Übermittlung von Daten über das Internet an alle Smartphones der Schüler ermöglicht. Vertretungspläne könnten so beispielsweise zeitnah veröffentlicht werden.

Der neue Schulleiter des Lise-Meitner-Gymnasiums in Anrath, Thomas Prell-Holthausen, ist der Meinung, dass „die Idee der Schul-App der richtige Weg“ ist. „Man muss auf den rollenden Zug aufspringen, ansonsten wird man überrollt“, sagt Prell-Holthausen. „Ich glaube, Schulen sollten sich auf den Weg machen und die Schüler dort abholen, wo sie sich befinden.“ Aus diesem Grund hatte er am Dienstag bereits die zweite Informationsveranstaltung zu dieser App an dem Gymnasium initiiert. Ewald Treise, Mitarbeiter der Firma, hielt einen Vortrag und stellte Lehrern, Eltern und Schülern die Software vor.

„Jede Schule hat die Möglichkeit, die App nach eigenen Bedürfnissen und Interessen zu gestalten“, so Treise. Logo, Startbildschirm und die Rubrik mit Schulinformationen könnten nach dem Motto des Projektes „Meine Schule — meine App“ individuell gestaltet werden, sodass schlussendlich jede Schule über ihre eigene App verfügt. Und diese werde ständig überarbeitet.

Nachdem im Sommer der Vertretungsplan neu installiert wurde, sollen bis zum Ende des Jahres weitere „Features“ wie der Hausaufgabenplaner, Krankmeldungen und Stundenpläne folgen.

Die Umsetzung der neuen Technologie wurde allerdings nicht vom gesamten Publikum befürwortet. Schon bald kamen Fragen zu den Zugangsberechtigungen der App auf. Zudem wurde kritisiert, dass die Software gegen das Gesetz verstoße, indem sie die Verwaltungsangelegenheiten der Schule über deren Grenzen hinaus verbreite. „Ich würde mir wünschen, dass wir die App umsetzen, aber erst müssen wir alle mit ins Boot holen“, sagte dazu Thomas Prell-Holthausen.