Stillstand für die Stadt-Immobilien

Im Ausschuss für Gebäudemanagement waren die Standorte der Verwaltung und Schulen Thema. Die Politik bestellt den Bürgermeister ein.

Tönisvorst. Lars Tutt, sachkundiger Bürger im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften, bringt es auf den Punkt: „Dafür, dass das noch kein Konzept ist, wirkt es erstaunlich fertig — und das macht mir Sorgen.“ „Spezialimmobilien“ stehen bei seinem Wortbeitrag auf der Tagesordnung. Dabei geht es vor allem um die Zukunft der Schulstandorte Corneliusfeld und Kirchenfeld in St. Tönis sowie um die Verwaltungssitze an der Bahn- und Hospitalstraße in St. Tönis sowie im Rathaus Vorst.

Schon vor vier Monaten hatten die Politiker beschlossen, die Verwaltung möge bis zum ersten Quartal 2018 ein Konzept vorlegen, wie es mit Verwaltungssitzen und Schulen weitergeht. Die jetzt vorliegenden Ausführungen seien aber nur ein Sachstandsbericht, gibt Jörg Friedenberg zu, der als Vertreter für den scheidenden Fachbereichsleiter Marcus Beyer im Ausschuss sitzt. „So wird das nichts! Das ist nicht die Zielrichtung, über die wir hier lang und breit diskutiert haben“, empört sich Michael Horst (SPD).

Es sei „ungeheuerlich“, dass die Verwaltung angesichts der Thematik so knapp vertreten sei. „Wir möchten den Bürgermeister zur nächsten Sitzung in den Ausschuss einbestellen, er soll endlich Stellung beziehen“, fordert Horst und stellt den entsprechenden Antrag, der einstimmig angenommen wird. Bürgermeister Goßen solle erklären, warum noch kein Gutachter mit der Wirtschaftlichkeitsberechnung für einen zentralen Verwaltungsstandort beauftragt wurde, obwohl der Rat das schon am 12. Juni 2017 beschlossen hat.

Marcus Thienenkamp (FDP) vermutet, dass die Verwaltung mit der Aufgabe überfordert sei und schlägt vor, ein Planungsbüro mit der Erstellung eines Gesamtkonzepts zu beauftragen. Christiane Tille-Gander (CDU) sagt: „Natürlich ist die Verwaltung überfordert, wenn sie die ganze Stadt umkrempeln soll.“ Sinnvoller sei, die Immobilien einzeln zu betrachten und eine Prioritätenliste zu erstellen, die abgearbeitet wird. Dem widersprechen FDP und SPD. „Nein, die Gebäude gehören zusammen“, sagt Thienenkamp, „die Stadt braucht ein sinnvoll geplantes Gesamtkonzept.“

Den Politikern ist klar: Der Weggang von Marcus Beyer zum 1. April nach Kempen und die Tatsache, dass Jörg Friedenberg, zuständig für Tiefbau und Bauverwaltung, das Amt kommissarisch übernimmt, dünnt die knappe Personaldecke im Stadtplanungsbereich weiter aus. Weiter kommt der Ausschuss mit seinem Anliegen diesmal nicht, denn laut Verwaltung müsse für ein Gesamtkonzept erst ein Gutachten her, das zeigt, was die Standorte die Stadt kosten, welchen Wert die Grundstücke haben und wie teuer ein Umzug- oder Neubau wäre.

Zur Situation der Schulgebäude erklärt die Verwaltung: Mit der Verlagerung von zwei Kunsträumen in den Keller und den damit gewonnenen drei neuen Klassenräumen seien ausreichend Räume für die Jugendlichen der beiden weiterführenden Schulen vorhanden. Auch sei die Aufteilung der Rupert-Neudeck-Gesamtschule auf die Standorte Corneliusfeld und Kirchenfeld eine gute Lösung. Die Politiker bezweifeln aber, dass zwei Gebäude auf Dauer kostengünstiger sein können als ein größeres. Letztlich wurden die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis genommen. Eine erneute Diskussion steht im April an.