Steinwurf von Brücke: Zeugen gesucht

Autobahn A 44/Beckershöfe: Mordkommission bittet auch Brunnenfestbesucher um Hinweise.

Willich 26. Mai, Samstagabend, 22.55 Uhr: Ein Gegenstand knallt mitten auf die Windschutzscheibe eines Audi A 3 während der Fahrt auf der A 44 in Höhe Autobahnbrücke Willich-Beckershöfe. Im Wagen vier Männer.

Wahrscheinlich handelte es sich, so die Polizei in einer ersten Einschätzung, bei dem Gegenstand um einen Stein. Das Auto war zu dem Zeitpunkt mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h unterwegs. Dem 21-jährigen Fahrer gelang es, das Auto abzufangen. Die Scheibe hielt dem Aufprall stand. Glassplitter trafen die Insassen, die aber unverletzt blieben (WZ berichtete).

Die Staatsanwaltschaft wertet diese Tat als „versuchtes Tötungsdelikt“. Eine Mordkommission ermittelt.

Am gestrigen Freitag waren Ermittler erneut am Tatort. Mitarbeiter von Straßen NRW hatten das Grün der seitlichen Autobahnbereiche abgemäht. In diesem Bereich suchten die Ermittler nach möglichen Tatmitteln: „Steine, andere Wurfgegenstände“. So heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Krefeld, Polizei Viersen und Mönchengladbach.

Auf der Brückenauffahrt (auf der Seite Willich-Münchheide) steht jetzt ein beidseitig bedrucktes Hinweisschild. Aufschrift: „Zeugen gesucht! Steinewerfer am 26.5.2018, 22:55 Uhr, von dieser Brücke. Hinweise bitte an die Mordkommission in Mönchengladbach unter 02161- 290.“

Nach dem ersten Zeugenaufruf am vergangenen Wochenende hatten sich laut Polizei bereits mehrere Personen gemeldet. Festgehalten wurde der Hinweis, dass am Tatabend, ab 22.30 Uhr, mehrere Personen auf der Brücke gewesen sein sollen. „Zeugen berichteten, dass sie zwei Männer beobachtet hätten, die einen quadratischen Gegenstand, ähnlich eines Fahrradanhängers oder Bollerwagens mitführten. Für für die Mordkommission sind diese Männer als Zeugen von großer Bedeutung.“

Am Tatabend fand in Anrath das Brunnenfest statt. Die Mordkommission geht davon aus, dass Besucher des Festes den Weg über die Brücke genommen haben. Auch sie kommen als Zeugen in Frage, so die Ermittler. Hinweise an Telefon 02161/29-0. Ree

Mehr von Westdeutsche Zeitung