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Stadtkulturbund Tönisvorst leidet unter Corona-Folgen

Angespannte finanzielle Lage : Schwierige Zeiten für den Stadtkulturbund

Durch die Pandemie gingen die Besucherzahlen deutlich zurück. Daher muss in der laufenden Saison gespart werden, die Planungen für 2023/24 müssen noch einmal an die finanzielle Lage angepasst werden.

(msc) Die Corona-Pandemie und deren Nachwirkungen haben auch beim Stadtkulturbund Tönisvorst ihre Spuren hinterlassen – was die Zahl der Veranstaltungen, die Besucherzahlen und damit auch die Kassenlage betrifft. Das wurde jetzt bei der Mitgliederversammlung des Vereins deutlich.

Der Vorsitzende Thomas Nellen berichtete über die wirtschaftliche Lage. Immerhin habe in der Spielzeit 2021/22 nur das Kinderstück „Bremer Stadtmusikanten“ Corona-bedingt in die jetzige Spielzeit verschoben werden müssen. Jedoch seien die Zuschauerzahlen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben oder konnten wegen der vorgeschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen nicht auf eine kostendeckende Höhe ausgeweitet werden. Während in der Spielzeit 2020/21 trotz Corona noch ein kleiner Überschuss erwirtschaftet wurde, belief sich die Unterdeckung in der abgelaufenen Saison 2021/22 auf einen im unteren Drittel liegenden fünfstelligen Betrag, so Thomas Nellen.

Aktuell könne diese Unterdeckung noch durch die in den vergangenen Jahren erwirtschaften Überschüsse gedeckt werden. Für die aktuelle Saison 2022/23 müsse man aber über Einsparmöglichkeiten nachdenken, und den aktuellen Planungsstand für die Saison 2023/24 müsse man an die finanzielle Situation anpassen. Nellen dankte den Sponsoren und Spendern.

Die Leiterinnen des Jugendfreizeitzentrums JFZ, in deren Räumen die Mitgliederversammlung stattfand, Petra Schippers und Anette Wackers, berichteten den Mitgliedern des Stadtkulturbundes über ihre Arbeit. Dabei lag der besondere Fokus auf der seit 2013 bestehenden Kooperation zwischen dem Stadtkulturbund und dem JFZ im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaters, die jährlich mit mindestens zwei Veranstaltungen umgesetzt wird.

Veranstaltung mit
Götz Alsmann war erfolgreich

Begründet durch Corona und fehlenden zeitlichen Kapazitäten liegen aktuell die Kooperationen des Stadtkulturbundes mit den Tönisvorster Schulen und Kitas brach. In der abgelaufenen Saison konnten jedoch die Kindertheaterveranstaltungen mit dem JFZ in St. Tönis und der Reihe „Götterspeise“ mit den beiden Kooperationspartnern Evangelische Kirchengemeinde St. Tönis und Künstleragentur Schneider-Watzlawik stattfinden. Da neue Interessenten für die Besetzung diverser Positionen im Vorstand gefunden wurden, sollen die Aktivitäten des Stadtkulturbundes bald wieder erweitert werden.

Stadtkulturbund-Geschäftsführerin Beate van Pluer gab einen kurzen Veranstaltungsrückblick auf die abgelaufene Saison. Besonders gelungen war die Abschlussveranstaltung im Mai 2022 mit Götz Alsmann, die immerhin über 300 Besucher hatte. Insgesamt besuchten 1892 Besucher die Veranstaltungen, was einer durchschnittlichen Auslastung von 69 Prozent entspricht – bezogen auf die erlaubte Anzahl von Plätzen unter Einhaltung der Corona-Schutzauflagen. Die Erweiterung des Online-Ticketverkaufs werde sehr gut angenommen: In der vergangenen Spielzeit lag der Online-Verkauf bei 60 Prozent, in der aktuellen bereits bei 79 Prozent.

Für die Spielzeit 2022/2023 wurden 281 Abonnements für fünf Theaterstücke verkauft. Insgesamt geplant sind 14 Veranstaltungen. Frau Höpker bittet zweimal zum Gesang, und Herbert Knebel gastiert mit seinem Affentheater im Forum, das traditionelle Neujahrskonzert wird stattfinden, und auch das beliebte Kabarett am Aschermittwoch, diesmal im Forum Corneliusfeld. Die Jüngeren können sich auf einen spannenden Nachmittag mit dem „Räuber Hotzenplotz und der Mondrakete“ freuen.

Bei den Vorstandswahlen wurden Thomas Nellen als erster Vorsitzender und Hans-Joachim Peschke als Schatzmeister bestätigt. Ute Welling-Osterloh wurde als Schriftführerin und Ralf Görtz als Beisitzer neu in den Vorstand gewählt.

(msc)