Stadtgeflüster in Willich und Tönisvorst : Grüne Damen und bunte Arme

Der Stadtflüsterer berichtet von Besuch im Schloss, Herbstzauber und neuem Königshaus.

Besuch auf Schloss Neersen: Schwester Oberin Josefa Stirken, Trägerin der Ehrenplakette der Stadt Willich und ehemalige Leiterin des Altenheimes Hubertusstift in Schiefbahn, besuchte jetzt das Schloss und wurde von Bürgermeister Josef Heyes empfangen. Und sie kam nicht allein: Sie reiste mit einigen Mitschwestern des Johanna-Etienne-Krankenhauses aus Neuss an und hatte mehr als 30 ehrenamtliche „Grüne Damen“ des Krankenhauses mitgebracht, die sich dort ehrenamtlich um Patienten kümmern und zum Beispiel Besorgungen für diese machen.

Dankeschön für „Grüne Damen“

Der Ausflug war also als kleines „Dankeschön“ gedacht, und er führte sie in die alte Heimat der Oberin nach Willich. Nach einem Mittagessen am Ramshof gab es einen kleinen Empfang auf Schloss Neersen, wo der Bürgermeister alle begrüßte. Rosemarie Wahlefeld, langjährige Mitarbeiterin in der Willicher Pressestelle, erzählte anschließend in bewährt unterhaltsamer Manier die Geschichte des Schlosses und führte durch die Räumlichkeiten.

Büttgen, Neuss, Gummersbach

Schwester Maria Josefa war von 1988 bis 1997 letzte Oberin der Schiefbahner Ordensniederlassung der Augustinerinnen; 1938 als Katharina Stirken in Büttgen geboren, trat sie dem Orden 1965 in Neuss bei. Sie legte das Krankenpflegeexamen ab, leitete unter anderem sechs Jahre lang ein kirchliches Altenheim in Gummersbach und wurde 1988 mit der Leitung des Schiefbahner Hubertusstifts betraut, ursprünglich eine Ordensniederlassung der Augustinerinnen mit Haushaltsschule und Kindergarten. 1997 wurde die Schiefbahner Niederlassung vom Orden aufgeben.

Zwei Plaketten erhalten

Zuvor wurde das 100-Jährige der Ankunft der ersten Augustinerinnen gefeiert. Schwester Maria Josefa nahm am 23. Februar 1997 stellvertretend für alle Ordensschwestern die Ehrenplakette der Stadt entgegen. Schon im Jahr zuvor hatte sie die August-Peters-Plakette der Heimat- und Geschichtsfreunde erhalten – ebenfalls in Anerkennung des langjährigen segensreichen Wirkens der Augustinerinnen in Schiefbahn. 2016 feierte sie als Oberin des Neusser Krankenhauses, benannt nach der Ordensgründerin, im Kloster Immaculata ihr Goldenes Ordensjubiläum.

Werbering mit Zauber und Licht

Wie berichtet, bereitet sich der Willicher Werbering auf seinen Herbstzauber mit Biathlon-Event und verkaufsoffenem Sonntag in Alt-Willich am 28. Oktober vor. Am Rande der Vorstellung flüsterte der Werbering-Vorsitzender Christoph Smits, dass sich viele der dem Werbering angeschlossenen Händler im Zentrumsbereich einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag wünschen – und zwar an einem der Advents-Sonntage. „Wir haben einen entsprechenden Antrag an die Stadtverwaltung gestellt und hoffen, dass dieser ab 2019 genehmigt wird“, so Smits. Aber auch in diesem Jahr hat die Händlergemeinschaft noch einiges vor. Ab dem 17. November hängt der Werbering die Weihnachtsbeleuchtung im Zentrum auf. Auch der derzeit wegen der Kanalarbeiten dunkle Bereich auf der kleinen Peterstraße, zwischen Grabenstaße und Marktplatz, soll dann beleuchtet werden. Am Freitag, 7. Dezember, heißt es dann wieder am späten Nachmittag in der Altstadt: „Die Nikoläuse sind los.“

Neuer König für St. Sebastianus

Auf der Schießanlage der Gaststätte Maaßen fand das Königsvogelschießen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1475 Willich statt. Dabei wurde es spannend. Zunächst galt es, die Pfänder abzuschießen. Dabei waren Rebecca Pohl, Jens Roelofsen, Peter Himmel und Klaus Meyer erfolgreich. Im Anschluss ging es dem Rumpf an den Kragen. Mit dem 562. Schuss war Peter Himmel erfolgreich, der nun mit seiner Frau Claudia Himmel-Fadi zwei Jahre die Bruderschaft repräsentieren wird. Die Inthronisation wird im Januar zum Patronatsfest der Bruderschaft erfolgen.

Minister sind vielfältig im Einsatz

Dem König zur Seite stehen die Minister Klaus Meyer und Herbert Küsters mit Ehefrau Nicky. Beide sind Mitglieder der Bruderschaft, aber zusätzlich in weiteren Vereinen aktiv. Klaus Meyer spielt Flöte und ist Geschäftsführer des Bundesschützen-Tambour- und Fanfarenkorps Willich. Herbert Küsters ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und in deren Jägerzug.

Tattoos im Spielwarenladen?

Zum Schluss wird’s bunt: Da hat sich Karl-Heinz Lessenich, Senior-Chef des gleichnamigen Spielwarenladens in St. Tönis, doch tatsächlich kürzlich tätowieren lassen. Mit verzierten Unterarmen ist er im Laden unterwegs. „Na ja“, dachte sich der Flüsterer bei dem ungewohnten Anblick, die Tattoo-Kunst ist eben längst mitten in der Gesellschaft angekommen. Dafür muss Mann oder Frau weder Biker(in) sein noch zur See fahren. Dann aber kam die Aufklärung durch Sohn Stefan Lessenich: „Es handelt sich natürlich um die neuen Tattoo-Ärmel von Spiegelburg.“ Für kleines Geld – und völlig schmerzfrei – gibt es die Hingucker-Arme. „Sie sind ideal für Karneval, Halloween – oder um einfach mal seine Eltern zu schocken“, sagt Stefan Lessenich augenzwinkernd.