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Stadtgeflüster: Wenn es rumpelt und knackt

Stadtgeflüster: Wenn es rumpelt und knackt

Geräuschvoll geht es in dieser Woche im Stadtgeflüster zu. Das liegt beispielsweise an holprigen Fahrbahnen, an Akkorden des Boss’ oder am Getöse von Piraten-Gegnern.

Willich/Tönisvorst. Das hatten wir lange nicht mehr: Der Stadtflüsterer muss ein paar kritische Takte zur großen Nachbarstadt sagen, Sie wissen schon: die aus Samt und Seide. Wenn man St. Tönis auf dem Maysweg stadtauswärts verlässt, stößt man von alleine auf die Meyeshofstraße, was schon Krefelder Stadtgebiet ist. Dort gilt Tempo 30.

Außerdem sind sogenannte Nägel in die Fahrbahn eingelassen, die das Tempo der Autos wohl verringern sollen. Soweit, so gut. Aber wer dort schneller als 30 Stundenkilometer fährt, hat schneller eine kaputte Ölwanne als ihm lieb ist. So schlecht ist die Fahrbahn an der Stelle. Wahrscheinlich liegt das viel zu weit draußen, um irgendwie für die Verkehrsfachleute der Samt- und Seidenstadt interessant zu sein.

Etwas in Sorge war vor Tagen der Willicher Bürgermeister. Josef Heyes hatte am Abend noch in seinem Büro im Neersener Schloss zu tun, als er von draußen immer wieder ein merkwürdiges Knacken und Rumpeln hörte.

Der Bürgermeister befürchtete schon, dass Einbrecher dem Schloss einen Besuch abgestattet haben. Doch bei einem Kontrollgang ans Fenster entdeckte er dann die wahre Ursache für den Lärm: Die Eisplatte auf dem Schlossweiher war mit dem beginnenden Tauwetter lautstark gebrochen.

Obst- und Gemüsehändler Klaus Fruhen aus Vorst geht in Sachen Direktverkauf neue Wege. Der Landwirt, der zwischen Kempen und Vorst in der Huverheide auf 28 Hektar Fläche 15 Sorten Äpfel, mehrere Pflaumensorten, Beerenobst und Aprikosen anbaut, hat kürzlich einen Mietvertrag unterschrieben.

Konkret geht es um ein 62 Quadratmeter-Ladenlokal an der Burgstraße 2, in dem bis vor wenigen Monaten das Eis-Café Piccolo beheimatet war. Fruhen findet Kempen schon lange „interessant und schön“. Jetzt sei es eben an der Zeit, das Risiko einzugehen und die eigenen Produkte auch in der Thomasstadt anzubieten.

Bislang ist sein Betrieb mit mobilen Verkaufsbuden in Vorst auf dem Volksbank-Parkplatz vertreten. An der Kempener Burgstraße wird momentan umgebaut, ein kleines Kühlhaus steht bereits.

Jetzt müssen wir über den größten Bruce-Springsteen-Fan Deutschlands, wenn nicht sogar Europas, sprechen: Guido Beckers aus St. Tönis.

Nicht, dass der Mann sich ein Ticket für die anstehende Tournee vom „Boss“ besorgt hätte — nein, er wird gleich zu vier Konzerten reisen: 25. Mai in Frankfurt, 27. Mai in Köln, 28. Mai im niederländischen Landgraf und am 30. Mai in Berlin. Sie finden das wahnsinnig? Dann lassen Sie sich sagen, dass Guido Beckers auch Karten für den 14. Juli hat: in London.

Eiszeit jetzt auch in Anrath: „Es ist es soweit!“ meldet das Eiscafé Marta an der Viersener Straße in Anrath. Am Donnerstag, 1. März, ab 11 Uhr wird Wiedereröffnung gefeiert, nachdem das Café acht Wochen lang umgebaut worden ist. „Die Gäste werden mit einem Glas Prosecco und Canapés begrüßt.“ Aktionskünstler Wolfelino sorgt bis 14 Uhr für zauberhafte Häppchen der besonderen Art.

Schon jetzt beruhigt ans nächste Jahr Altweiber denken, das können die WZ-Redakteure Peter Korall und Werner Dohmen. Sie sind für diesen Tag bereits bestens ausgerüstet, denn sie besitzen das wichtigste Accessoire für Altweiber, nämlich Krawatten. Die schicken Modelle flogen beim Tulpensonntagszug vom Wagen des Tönisvorster Karnevals Komitees (TKK) herab.

Die Herren des TKK gaben aber eigens für die Redaktion der WZ-Berichterstatterin zwei besonders schöne Exemplare für die Redakteure mit — orange und blau gestreift. Die werden nun bis zum nächsten Jahr in der Schreibtischschublade aufbewahrt und pünktlich am Altweibermorgen 2013 die Hälse zieren, damit die Damen der Redaktion die Binder kurzerhand abschneiden können.

Die Überschrift hat Jan Lützler in seiner Pressemitteilung an die Redaktion gleich mitgeliefert: „Die PARTEI will die Piraten Willich (k)entern!“ Lützler ist, laut Mail, der Vorsitzende des vor kurzem gegründeten Willicher Ortsverbandes der Partei „Die PARTEI“. Die stehe für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative.

Mit den Willicher Piraten, die am Dienstag ihren ersten Stammtisch durchführen, scheint Lützler nicht einverstanden zu sein. Den Piraten-Initiator Uwe Butzen nennt er einen Spaßpolitiker und sagt: „Wir, die Genossen der PARTEI Willich, möchten nicht, dass Willich von Hobbypiraten regiert wird, die Seeschlachten in dem Neersener Schlossparksee nachspielen möchten!“

Was für ein Partei-Palaver, Pardon, politisches Pulver wird da verschossen. Darüber muss beim nächsten Stammtisch unbedingt intensiver diskutiert werden.

Zumindest in einem Vorster Schaufenster ist die Karnevalszeit noch nicht so ganz vorbei. Denn in dem des Vorster Heimathauses wurde mit vielen Fotos auf die Nelkensamstagszüge von 1982 bis 2011 zurückbeschaut. Umgeben von vielen Vorster Quakfröschen konnten nochmals viele Bilder von schönen Wagen angeschaut werden, die in Vorst gebaut wurden und einen großen Teil des Zuges bildeten.

Aber auch Melancholie kam beim Betrachten des Schaufensters aus. Denn das Schild „Was war und nicht mehr ist“ deutet auf die Probleme hin, die dazu führten, dass der 30. Zug in diesem Jahr nicht ziehen konnte.