Stadtgeflüster: Spektakulärer Feuerwehreinsatz

Stadtgeflüster: Spektakulärer Feuerwehreinsatz

Einen spektakulären Einsatz hatte am Sonntag die Feuerwehr in Schiefbahn. Außerdem berichten wir über abgeschlossene und ewigen Baustellen sowie über „Mücken“ in der CDU.

Willich/Tönisvorst. Mit einem spektakulären Feuerwehreinsatz in Schiefbahn wollen wir das „Geflüster“ am Montag beginnen: Zwei Mädchen (8) steckten am Samstag in einem abgeernteten Möhrenfeld fest. Ein Landwirt hatte auf seinem Acker am Buchenweg das Wasser der Möhrenwaschanlage auf dem Feld abgelassen. Die Kinder entschlossen sich spontan, die Wasserpfütze als Abenteuerspielplatz zu nutzen. Das Erdreich war jedoch so aufgeweicht, dass die Mädchen fast bis zum Bauchnabel im Schlamm einsanken. Mitglieder des Löschzugs Schiefbahn näherten sich über Leitern und Schaltafeln den Kindern und gruben sie mit Schaufeln, Klappspaten und teils mit bloßen Händen aus. Beide Mädchen blieben unverletzt. Sie wurden den Eltern übergeben, die sie erstmal in die heiße Badewanne steckten. Dem Bauer wurde aufgetragen, die Gefahrenstelle zu sichern.

Foto: Feuerwehr/Lübke

Die meisten Haushalte der Stadt sind bereits mit der Tönisvorster Narrenpost für die Session 2014/2015 ausgestattet. Verteilt wurden die Zeitungen unter anderem von den St.Töniser Pfadfinder, die sich so Geld für die Reise zum nächsten Jamboree verdienten, das im fernen Japan stattfindet. Wer sich die Narrenpost aufmerksam durchliest, dem wird aufgefallen sein, dass zwar darum gebeten wird, beim Tulpensonntagszug die Häuser entlang des Zugweges zu schmücken und Autos dort möglichst nicht zu parken. Nur der Zugweg selbst, der fehlt. Was aber kein Fehler des Karnevals-Komitees ist: Der Zugweg ist noch gar nicht endgültig mit den Behörden abgesprochen.

Foto: Feuerwehr/Lübke

Apropos Narrenpost: Zwei Fehler haben sich dort aber doch eingeschlichen, über die sich die katholischen Frauen in St.Tönis ärgern. Die angegebenen Sitzungstermine sind nämlich falsch. Der Frauenkarneval findet 2015 am 9. und 10. Februar im Marienheim statt.

Der Stadtflüsterer muss noch eine Personalie vom Jubiläumsabend des Festausschusses Willicher Karneval im Haus Krücken nachtragen: Frank Schreiber, Vorsitzender der Prinzengarde der Stadt Willich, hat an dem Abend den Kommandeur Herbert Hoedemakers vom General zum Generalfeldmarschall befördert. Wir gratulieren.

Soll man sie nun bedauern oder beneiden, die Bewohner des Neubaus im Vorster „Kirchendreieck“? Schon vor Wochen wurden die ersten der 21 Seniorenwohnungen bezogen. Damit konnte der Viersener Investor zumindest in Teilen seine Zusagen über die Fertigstellung des Gebäudes einhalten. Insgesamt ist es aber deutlich von der Fertigstellung entfernt: rundherum wuseln die Handwerker, der Vorgarten sieht nach wie vor aus wie eine Baustelle. Was den Bewohnern allerdings ein kostenloses Unterhaltungsprogramm vor der Tür verschafft.

Rechtzeitig fertig geworden ist der rund erneuerte Rewe-Supermarkt in Willich. Größer, heller, schöner ist er tatsächlich geworden. Grauer Steinfußboden, hohe Kühlregale, eine große Wurst-Käse-Fischtheke und ein kleines Café im Eingangsbereich können sich sehen lassen. Wie man so hört, sind die Willicher mit dem Umbau zufrieden.

Matthias Funken, Senior der CDU Tönisvorst und ehemaliger Fraktionsvorsitzender, erkundigte sich beim Parteitag bei Parteichef Michael Schütte, ob der Vorstand etwas dafür getan habe, um Horst von Brechan vom Parteiaustritt abzuhalten. Schütte sagte, der Vorstand habe in Kontakt zu von Brechan gestanden. Es sei Usus, nach Parteiaustritten innerhalb von 14 Tagen wieder das Gespräch zu suchen. „Mit einem starken Votum der Mitgliederversammlung werde ich Kontakt zu ihm aufnehmen.“ Albert Schwarz, ehemaliger Bürgermeister der Stadt, kommentierte den Rücktritt kurz und trocken: „Manchmal sucht man auch Gründe, um die Mücke zu machen.“

Und noch einmal CDU: Die Querelen der Tönisvorster Christdemokraten waren auch Thema bei den Kempener Parteifreunden. Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des dortigen Stadtverbandes wurde eifrig über die Vorgänge bei den Nachbarn diskutiert. Häufig sah man dabei ein Kopfschütteln bei den Gesprächspartnern. Wie in Tönisvorst war Landtagsabgeordneter Marcus Optendrenk auch in Kempen Versammlungsleiter. Diesmal bei einer harmonischen Versammlung, bei der die Kempener Schatzmeisterin Steffi Beyss mit 100 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden ist — in Tönisvorst undenkbar. Sichtlich erleichtert, dass er diesmal einen ruhigen Abend erlebte, beschrieb Optendrenk am Donnerstag den Kempenern seine Gefühlslage: „Angesichts der Tatsache, dass ich am Dienstag in Tönisvorst Versammlungsleiter war, und ich das nun heute hier innehabe, brauche ich wohl nicht viel zu sagen.“

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