St. Töniser Wasserturm: Sport und Rotlicht nicht erwünscht

St. Töniser Wasserturm: Sport und Rotlicht nicht erwünscht

Der Eigentümer möchte leer stehende Räume im St. Töniser Wasserturm besser nutzen. Die Politik hat dazu noch Fragen.

St. Tönis. „Da wollen wir zum Beispiel kein Sportstudio drin haben“, sagte Helmut Drüggen im Planungsausschuss. Schmunzelnd fügte der CDU-Fraktionsvorsitzende hinzu: „Und natürlich auch nichts, was in irgendeiner Weise mit dem Rotlichtmilieu zu tun hat.“

Die Rede war vom Wasserturm in St. Tönis. Da die Obergeschosse dieses Denkmals seit langem leer stehen, will der Eigentümer die bisher eingeschränkte Nutzung erweitern lassen. „So ist das Objekt nicht zu vermieten“, teilte er in seinem Antrag mit. Einen Änderungsbeschluss fasste der Ausschuss aber noch nicht.

Seit über einem Jahr sind die Räume über dem Café „Eigenwillig“ leer, zuletzt wurden sie von einer Kreativ-Werkstatt, einer Kindermal- und Musikschule, genutzt. Ging es nach der derzeit erlaubten Nutzung, dürften dort unter anderem nur rein: Gastronomie, Kleinkunstbühne, Tagungsräume oder kulturelle und medizinische Einrichtungen.

Der Eigentümer wies in seinem Antrag auf seine Investitionen hin und auf den Mietausfall, den er habe. Er kam zu dem Ergebnis, dass sich die auch zukünftigen Gelder refinanzieren müssten, ansonsten sei dies nicht mehr zu finanzieren. Als Beispiele neuer Nutzer im ersten und zweiten Obergeschoss nannte er: Fotograf, Werbegrafiker, Architekt, Immobilienunternehmern, Versicherungsagentur, Sportstudio oder eventuell ausgelagerte Verwaltungsbüros.

„Grundsätzlich ist ein Denkmal mit einer Nutzung besser als ohne“, sagte für die Verwaltung der Fachbereichsleiter für „Immobilien und Gebäudemanagement“, Marcus Beyer, der dem Ansinnen des Eigentümers Verständnis entgegenbrachte. Zurückhaltender äußerte sich der Vorsitzende des Planungsausschusses, Hans Joachim Kremser (SPD): „Wir müssen da ganz vorsichtig rangehen, wollen dort kein Unterzentrum schaffen.“ Kremser meinte damit, dass man den Handel in der Innenstadt nicht schwächen wolle, zumal dort bereits durch das Café und das benachbarte Ärztehaus einiges passiert sei.

Für eine sorgfältige Sondierung plädierte auch Helmut Drüggen: „Grundsätzlich sind wir dafür, aber wir werden nicht alle Nutzungen zulassen.“ Angesprochen wurde in dem Zusammenhang auch das teilweise jetzt schon vorhandene Parkplatzproblem in der Nähe des Wasserturms. Dazu teilte Marcus Beyer mit, dass jetzt alle bisher erforderlichen Stellplätze vorhanden seien. „Ob dies bei einer erweiterten Nutzung ausreicht, ist fraglich“, sagte Bayer aber auch.

Jetzt soll auch in der Parkplatzfrage die Verwaltung das Gespräch mit dem Eigentümer suchen. „Wir wollen konkreter wissen, wo die Reise hingeht“, wünschte sich nicht nur Kremser detailliertere Aussagen über eine womöglich neue Nutzung. Jetzt wird der Planungsausschuss darüber wahrscheinlich am 10\. Juni entscheiden.

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