St. Tönis: „Wir wollen uns für die Schüler einsetzen“

St. Tönis: „Wir wollen uns für die Schüler einsetzen“

Isabel Steinke und Raphaela Weinhold sind das Sprachrohr für die Gymnasiasten am Michael-Ende in St.Tönis.

St. Tönis. "Ich bekomme das schon hin. Und sollte etwas nicht klappen, ist das auch nicht schlimm. Ich bin auch nur ein Mensch." Isabel Steinke lässt sich vor ihrem ersten großen öffentlichen Auftritt nicht bange machen.

Die Schülersprecherin des Michael-Ende-Gymnasiums wird beim Lichterzug am 9. November nicht nur mit Kerzen ein Zeichen setzen, sondern auch gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Raphaela Weinhold eine Rede halten.

Der Lichterzug, an dem sich Schüler aller weiterführenden Schulen beteiligen, führt bis zum Mahnmal an der Hospitalstraße, in der Nähe der früheren Synagoge. Auf einer Gedenktafel wird dort an das Schicksal und die Opfer der jüdischen Einwohner von St. Tönis und Vorst während der Nazi-Herrschaft erinnert.

Noch feilen Isabel und Raphaela an ihrer gemeinsamen Rede: "Wir wollen noch einmal sagen, was an diesem Tag passiert ist, die Vergangenheit aufgreifen, weil nicht alle das noch so genau wissen und sich auch das Ausmaß des Schreckens nicht vorstellen können", sagt Isabel. Auf die Geschehnisse in St. Tönis selbst wollen die Schülerinnen ebenfalls zu sprechen kommen.

Die Mitglieder der Schülervertretung (SV) am Michael-Ende-Gymnasium machen bereits in den Klassen und Stufen auf den Termin aufmerksam, damit möglichst viele Schüler im Lichterzug mitziehen.

"Aber die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Wir wollen, dass dort Leute hinkommen, die es tatsächlich interessiert und berührt," sagt Isabel. Ihre Rede am Mahnmal werde sie vorher nicht auswendig lernen, "es soll ja natürlich wirken".

Schon im vergangenen Schuljahr haben Isabel und Raphaela das Aufgabenfeld des Schülersprechers kennenlernen können. Es hat beiden gefallen. Isabel über ihre Motivation, in diesem Schuljahr für dieses Amt zu kandidieren: "Ich möchte mich mehr für die Schüler einsetzen."

Ein Projekt, das sie sich vorgenommen hat, wird gerade beworben: Schüler können alte Handys abgeben. Die werden gesammelt, anschließend verkauft. Der Erlös der Aktion soll zur Verschönerung des Schulhofes verwendet werden.

Pläne hat man auch für die Oberstufen-Bibliothek. Wer sich an der Arbeit der SV beteiligen möchte, kann jederzeit einsteigen. Isabel: "Wir treffen uns in den Pausen im SV-Raum."