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St. Tönis: Werbering sieht sich nicht allein in der Verantwortung

St. Tönis: Werbering wehrt sich : Adventszauber: Werbering kontert

Der Werbering sieht die Schuld am Platzen des Weihnachtsmarktes nicht nur bei sich.

Stefan Robben, Rino Caruana und Uli Peeren vom Vorstand des Werberings würden das Thema „Adventszauber“ am liebsten ruhen lassen. „Wir können es aber nicht hinnehmen, dass wir als die Deppen dastehen, die es nicht schaffen, einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen“, sagt Werberingvorsitzender Robben. Um aus eigener Sicht darzustellen, wie es zur Absage des „Adventszaubers“ am vorigen Wochenende kam, hatte der Vorstand am Dienstag zum Pressegespräch eingeladen.

Das Problem, so der Werbering, sei, dass die Stadt den St. Töniser  „Adventszauber“ als Großveranstaltung einstufe, die in der Spitze von 5000 Menschen besucht werde und eine Veranstaltungsfläche von 7500 Quadratmetern habe. „Keine Ahnung, wo diese Zahlen herkommen, aber danach richten sich die Sicherheitsauflagen und die Anzahl der Sanitäter, die wir bezahlen müssen“, sagt Robben. Und eben daran sei der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr gescheitert: Das Sicherheitskonzept des Werberings wurde von der Stadt als nicht genehmigungsfähig abgelehnt und das DRK konnte die geforderten zwölf Sanitäter nicht stellen.

„Wir haben kurzfristig einen anderen Sanitätsdienst gefunden, der mit seinem Personal gekommen wäre, aber das hat die Stadt abgelehnt und den Markt platzen lassen“, sagt Robben. Was der Vorstand nicht versteht: Die anderen drei Stadtfeste, die der Werbering in diesem Jahr bereits ausgerichtet hat, sind genehmigt worden, obwohl auch da nicht die von der Stadt geforderte Anzahl an Sanitätern zur Verfügung stand. Uli Peeren zitiert außerdem aus der E-Mail eines städtischen Mitarbeiters, in der es heißt, es müssten „Feuerwehrzonen von fünf mal elf Metern vor jedem Gebäude“ eingerichtet werden.“ Diese Aussage lässt die Verantwortlichen bis heute ratlos zurück.

Aus Sicht des Werberings wurden auf beiden Seiten Fehler gemacht

Auch die Stadt hat eine Stellungnahme zum Thema eingereicht, in der es heißt, der Werbering habe einen Vertrag mit dem DRK, in dem stehe, dass das DRK bei den Stadtfesten den Sanitätsdienst übernehme, konkrete Anfragen für die Veranstaltung aber spätestens acht Wochen vorher erfolgen müssten. Damit konfrontiert, räumt Peeren ein, dass der Werbering die Anfrage ans DRK erst vier Wochen vorher gestellt habe. „In der Antwort hieß es, man habe bereits versucht, Leute zu finden, das sei aber nur für den Freitagabend gelungen“, sagt Peeren. Das DRK sei also offensichtlich schon vor der offiziellen Anfrage des Werberings aktiv geworden. „Aber es sind sicher auf beiden Seiten Fehler gemacht worden“, sagt Peeren.

Aber man habe sich mehr Unterstützung von der Stadt gewünscht. „Wir organisieren die Feste ehrenamtlich und sorgen so für eine lebendige Innenstadt“, sagt Robben, da sei es schön, wenn keine Steine in den Weg gelegt würden. Die Stadt sieht das anders. „Der Veranstalter muss seiner Pflicht zum Schutz der Besucher nachkommen“, sagt Bürgermeister Thomas Goßen. Immer wieder habe die Verwaltung mit Tipps geholfen. „Wir haben maßstabsgetreue Katasterauszüge übersandt, die dann allerdings mit handschriftlichen Einzeichnungen ohne Angabe von Längen und Breiten der Stände zurückgekommen sind“, sagt Goßen. Eine Berechnung der Flucht- und Rettungswege sei so nicht möglich gewesen. Für den Werberingvorstand ist das Tischtuch nicht zerschnitten. „Wir möchten uns im Januar mit der Stadt zusammensetzen und eine Lösung finden, denn wir wollen auch im nächsten Jahr wieder Stadtfeste feiern“, sagen Robben, Peeren und Caruana.