St. Tönis: Wahlparty mit Schlagabtausch

St. Tönis: Wahlparty mit Schlagabtausch

WZ-Redakteur Peter Korall präsentierte in St.Tönis die Kandidaten fürs Bürgermeister-Amt

St. Tönis. Die Westdeutsche Zeitung und EP: Brings und Weckauf hatten an die Bühne auf der Krefelder Straße zur Wahlparty geladen. Und bei strahlendem Sonnenschein fanden sich zahlreiche Besucher ein. Zudem hatten sämliche relevanten Parteien ihre Stände aufgebaut.

Wahlprogramme und Präsente waren vergessen, als Peter Korall nach der kurzen Vorstellungsrunde von Uwe Leuchtenberg (SPD), Thomas Goßen (CDU) und Christian Hoechtlen mit der ersten Frage loslegte, die die zahlreichen Besucher aufhorchen ließ. Korall wollte nämlich von Leuchtenberg wissen, was an seinen Vorstellungen noch sozialdemokratisch sei.

"Die Grundüberzeugung zu Schule, dem Miteinander, zum Leben in der Zukunft. Wie gestalten wir unser Leben miteinander, was wollen wir für diese Stadt bewegen", antwortete Leuchtenberg, während sich Goßen mit der Frage auseinander setzen musste, wie er ein Bürgermeister zum Anfassen sein wolle. "Eine offen stehende Tür des Bürgermeisters für jeden und das Rausgehen zu den Menschen, um mit ihnen sprechen", gab Goßen zur Antwort.

An Hoechtlen ging dagegen die Frage, wie er Bürgermeister sein und sich dabei gleichzeitig von Politik abkoppeln wolle. Der Kandidat von FDP und UWT betonte, dass er seine Unabhängigkeit bewahren wolle. Er sehe seine Rolle als Moderator und sei aufgrund seiner Ausbildung auch geeignet für den Job.

Themenwechsel: Wie mit den sinkenden Bevölkerungszahlen und steigendem Durchschnittsalter umgehen? Verluste bei der Bevölkerung in Grenzen halten, Baulücken mit Augenmaß schließen, eine Wohnberatung gründen, brachte Goßen ins Spiel, während Leuchtenberg von neuen Wohnformen sprach. Junge Familien in die gewachsenen Wohngebiete hineinbringen und die an dieser Stelle bereits bestehende Infrastruktur nutzen, schlug er vor. Hoechtlen setzte dagegen auf Perspektiven, die wiederum Arbeitsplätze bedeuteten, was im Anschluss die Wirtschaftsförderung auf den Plan riefe. Seine Idee: die Wirtschaftsförderung mit der Familienpolitik vernetzen.

Auch die Bürger kamen zu Wort. Auf den Fragezetteln, die Uli Weckauf und Peter Korall auf der Bühne vorlasen, tauchten dabei einige sehr persönliche Fragen auf.

So wollte ein Bürger wissen, ob sich Goßen bei der SPD als Bürgermeister beworben habe. Leuchtenberg bestätigte Gespräche in dieser Richtung, während Goßen betonte, dass er schon vor langer Zeit vom amtierenden Bürgermeister Albert Schwarz gefragt worden sei, ob er Bürgermeister werden wolle. "Es ist Zeit für einen unabhängigen Bürgermeister", kommentierte Hoechtlen die Pattsituation, was ihm einige Schmunzler aus dem Publikum einbrachte. "Diese Frage hat die SPD regelrecht lanciert", mutmaßte ein Beobachter.

Fragen zur Wirtschaft, Unternehmensansiedlung, dem Verhältnis der Stadtteile untereinander - die Wahlparty brachte den Tönisvorstern die drei Bürgermeisterkandidaten und ihre Vorstellungen ein Stückchen näher. Ob sie dem Wahlvolk letztlich seine Entscheidung erleichtert, musste zwangsläufig offen bleiben.