St. Tönis: Körperhaltung in den Idealzustand bringen

St. Tönis: Körperhaltung in den Idealzustand bringen

Therapie: St. Töniser Orthopädie-Meisterin praktiziert eine neue Behandlungs- Methode.

St. Tönis. Übersetzen kann man die Bezeichnung kaum. "Posturaltherapie", sinnt Barbara Kriewitz. Die Orthopädie-Meisterin und ihr Mann Michael haben sich ein ganzes Jahr lang darin ausbilden lassen und bieten sie jetzt in ihrem Sanitätshaus Sporthofit & gesund an der Willicher Straße an. "Ich würde das so übersetzen, dass die Körperhaltung in ihren Idealzustand versetzt wird." Eine Haltung bei der man keine Kopfschmerzen hat, keine schmerzhafte Verspannung der Nackenmuskulatur, keine Muskel- und Gelenkbeschwerden. Symptome, die oft genug in Haltungssschwächen begründet sind.

Barbara Kriewitz hat gelernt, Schwächen zu analysieren. Sie schaut sich Augen und Kieferstellung an. "Mal mit offenen Augen, mal mit geschlossenen." Schwankt der Patient, mit geschlossenen Augen, ist das ein Zeichen für Störungen des internen Gleichgewichts.

Rund eine halbe Stunde dauert so eine Untersuchung. "Danach weiß ich, was als nächstes zu tun ist", sagt sie. Möglich, dass die Schäden so stark sind, dass sie den Kunden zunächst zu einem Facharzt für Orthopädie schickt. "Oder zu einem Physiotherapeuten. Wenn die Verspannungen zu stark sind, muss der die erst manuell lockern."

Schließlich fertigen sie für den Kunden Einlagen an, die bestimmte Sensomotorischen Punkte auf der Fußsohle stimulieren. Nur ein bis drei Millimeter hoch sind die Erhebungen in den Einlagen, die in jedem Schuh getragen werden können.

Nach sechs Wochen wird das Ergebnis bei einer erneuten Messung überprüft. Sollte sich bis dahin die Haltung reguliert haben, wird die Einlegesohle entsprechend angepasst, bis ein optimales Ergebnis vorliegt.

Kriewitz ist bislang die einzige Orthopädie-Meisterin in der Umgebung, die sich zum Posturaltherapeuten ausbilden ließ. Die mit Unterstützung der Universität Saarbrücken entwickelte Methode ist ziemlich neu. Zwar sind die Einlagen mit 179 Euro pro Paar nicht gerade billig, doch wer beispielsweise unter chronischen Kopfschmerzen leidet und nicht dauernd Tabletten nehmen will, spart wahrscheinlich gern auf diese Hilfen.

Momentan ist ein unabhängiges Institut damit beauftragt, die Wirksamkeit der Therapie zu untersuchen. "Dann hoffe ich, dass die Kassen die Kosten übernehmen", sagt Barbara Kriewitz.

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