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St. Tönis: Firma Schröter setzt auf Büroartikel

St. Tönis:Schröter setzt mit seinen 120 Mitarbeitern auf eigene Logistik und Fahrer. : Papier, Seife und Co. – alles fürs Büro

Schröter setzt mit seinen 120 Mitarbeitern auf eigene Logistik und Fahrer.Die Artikel liegen im 7000 Quadratmeter großen Lager.

Ob man Kopierpapier benötigt oder die Toilette aufsucht: Wer sich durch Bürowelten am Niederrhein bewegt, kommt früher oder später mit Produkten in Kontakt, die aus einem rund 7000 Quadratmeter großen Lager am St. Töniser Tempelsweg stammen. Die Firma Schröter ist auf sogenannte C-Artikel spezialisiert, dafür ist sie nicht nur im Kreis Viersen, in Mönchengladbach und Krefeld bekannt. Der Begriff kommt aus der betriebswirtschaftlichen „ABC-Analyse“: A-Artikel haben eine sehr hohe Bedeutung für den Umsatz, etwa Stahl für einen Maschinenbauer. Bei C-Artikeln dagegen ist der Materialwert gering und sie machen oftmals viel Arbeit in der Beschaffung, dennoch sind sie unverzichtbar im Firmenalltag. Gute Beispiele sind das klassische Büromaterial, Drucker-Toner und Toilettenpapier (nicht zu vergessen die Flüssigseife fürs anschließende Händewaschen). Aber auch Kaffee (und die dazu passenden Kekse) stehen auf vielen Bestell-Listen. Hinzu kommen noch Sonder- und Werbeartikel.

Insgesamt mehr als 14 000 Artikel bietet Schröter aus dem eigenem Lager heraus an, die mit 17 Firmenfahrzeugen tagtäglich zwischen Essen und Bonn ausgeliefert werden. „92 Prozent unseres Umsatzes machen wir in einem Umkreis von 50 Kilometern“, erzählt Andreas Schleicher. Kunden seien Behörden, unter anderem Stadtverwaltungen, und Verwaltungen von Unternehmen. Der 54-Jährige führt zusammen mit seinem Schwiegervater Armin Schröter die Geschäfte. Seine Frau Kai-Maria Schleicher ist Hauptgesellschafterin. Ihre Mutter und Tante arbeiten ebenfalls mit – „wir sind ein klassisches Familienunternehmen“, so Schleicher, der in München geboren wurde, in Frankfurt aufgewachsen ist, aber schon viele Jahre in Krefeld lebt.

Das Schröter-Stammhaus
stand in Krefeld am Ostwall

In der Samt- und Seidenstadt hat das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen seine Wurzeln. Das Stammhaus stand am Ostwall. In den 1970er-Jahren zog man dann nach St. Tönis. Die letzten Jahre zeigen ein beeindruckendes Wachstum: „Zwischen 2006 und heute konnten wir unseren Umsatz fast verdoppeln“, so der Chef. Er lag zuletzt bei rund 26 Millionen Euro, erwirtschaftet von mehr als 120 Mitarbeitern. Die Schröter Bürobedarf + EDV-Zubehör GmbH vergrößert sich nicht zuletzt durch Zukäufe. Unlängst wurden ein ähnliches Unternehmen in Köln sowie ein Neusser Hygienematerial-Händler übernommen.

Andreas Schleicher und sein Team setzen im Sinne des Kunden auf eine Sortimentsoptimierung. Vereinfacht ausgedrückt: Wer braucht schon Chaos auf dem Schreibtisch, etwa in Form von zehn verschiedenen Textmarkern unterschiedlicher Hersteller? „Wir reduzieren durch unsere Beratung den Bestellaufwand und damit die Kosten für unsere Auftraggeber“, erklärt der Geschäftsführer. Die meisten Bestellungen kommen durch ein jeweils geschlossenes System: Das Unternehmen Schröter konfiguriert sozusagen individuelle Webshops für die Kunden. „So haben wir immer eine 1:1-Beziehung“, sagt Andreas Schleicher. Persönliche Nähe sei wichtig, deswegen setze man auch auf eine eigene Logistik mit eigenen Fahrern. „Sie sind das Gesicht der Firma beim Kunden vor Ort.“ Ob dieser nun in St. Tönis sitzt oder in Leverkusen.