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St. Tönis: Eine der ersten Pastorinnen wird 90

St. Tönis: Eine der ersten Pastorinnen wird 90

St. Tönis. Elisabeth Mand wird am Samstag 90 Jahre alt. Die St. Töniserin blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Geboren in Ostfriesland („1,5 Kilometer hinterm Deich“), legte sie 1948 das Abitur in Emden ab.

„Mein Berufsziel war es, Missionarin zu werden“, erzählt die 90-Jährige. Zunächst lernte die junge Frau, die früh ihre Eltern verloren hatte, den Beruf der Krankenschwester bei der Diakonie in Göttingen, wechselte nach Delmenhorst und wurde schließlich in Frankfurt examiniert.

„In Wuppertal habe ich dann mit dem Studium der evangelischen Theologie begonnen“, sagt die Seniorin, die zum ersten Studiengang für Pastorinnen in Deutschland überhaupt gehörte. Ihr ursprüngliches Missionsziel Afrika gab sie auf. Stattdessen wollte sie nach Japan. Aber es kam etwas dazwischen. An der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal lernte sie den Kommilitonen Friedrich Lothar Mand kennen — und lieben. Gemeinsam studierte das Paar in Heidelberg, Göttingen und Basel. Vor der Kirchenleitung in Aurich legte Elisabeth Mand das Examen ab. „Mein Mann sagte, Deutschland sei auch ein Missionarsfeld, und so bin ich nicht nach Japan gegangen“, blickt Elisabeth Mand zurück.

Als Vikarin arbeitete sie an der Goethe-Schule in Düsseldorf. 1957 heiratete das Theologen-Paar. „Unsere erste Gemeinde war in Duisburg-Meiderich“, erzählt die 90-Jährige. Dort sind auch die vier Kinder geboren. Von 1964 bis 1974 hatte Friedrich Mand die Pfarrstelle in Krefeld-Lindental, später ging die Familie nach Essen. Von 1978 bis 1990 waren sie an der Auferstehungskirche in Krefeld-Oppum tätig. Überall brachte die studierte Theologin sich ein. „Als mein Mann pensioniert wurde, haben wir das Haus in St. Tönis gebaut“, erzählt die Seniorin, die seit 21 Jahren verwitwet ist.

Der runde Geburtstag wird mit den Kindern und Schwiegerkindern, den sieben Enkeln, zwei Urenkeln und den Nichten und Neffen gefeiert. wic