St. Tönis: Die Faszination der Gefäße

St. Tönis: Die Faszination der Gefäße

Im Antoniuszentrum folgt Kaveh Oskoui auf Dr. Fährmann. Der Neue war schon früh in Tönisvorst tätig.

St. Tönis. In den letzten drei Jahren waren sie im Tönisvorster Krankenhaus ein eingespieltes Team, jetzt trennen sie sich: Die Rede ist von Dr.Joachim Fährmann und seinem Kollegen Kaveh Oskoui. Fährmann geht ab Donnerstag in den Ruhestand, Oskoui übernimmt seinen Platz.

"Die letzten drei Jahre habe ich erfolgreich mit Herrn Oskoui zusammengearbeitet. Ich bin mir sicher, dass er die Varizen-Chirurgie (Gefäßchirurgie) erfolgreich weiterführt", betont Dr. Fährmann, der noch nicht so ganz geht. Für ein weiteres Jahr wird er dem Krankenhaus an zwei Tagen in der Woche erhalten bleiben.

Oskoui ist seit 1997 in der Apfelstadt. Er trat diese Stelle nach dem Studium an. "Ich bin hier als Assistenzarzt von Dr. Fährmann gestartet", erinnert sich der 46-Jährige. Geboren wurde er im Iran, wo er bereits mit 17 Jahren sein Abitur ablegte. Den Wunsch, Medizin zu studieren, hatte er schon Jahre zuvor mit sich herumgetragen.

Allerdings stand das Studium zunächst nicht unter einem guten Stern. Die Revolution im Iran belastete seine Studienzeit und Oskoui kam nach England. "Eigentlich wollte ich mein Studium gerne in Amerika fortsetzen, aber die Spannungen zwischen der iranischen und amerikanischen Botschaft machten es schwer, ein Visum zu bekommen", erinnert er sich.

Oskoui aber wollte weiterstudieren und machte dies kurzerhand in Berlin. Dort war es allerdings die Zahnmedizin. "Ich merkte aber schnell, das ist nicht mein Fall", erzählt er. In Düsseldorf studierte er dann letztlich Medizin zu Ende. Es folgte die erste Stelle in St. Tönis.

Danach wechselte der junge Mediziner nach Wuppertal, wo er in den verschiedenen Häusern des dortigen Antoniuszentrums seinen Facharzt für die allgemeine Chirurgie machte.

Dabei durchlief er alle Stationen. Angefangen von der Gefäß- über die Unfall- bis hin zur allgemeinen Chirurgie. 2005 kehrte er zurück nach St. Tönis. "Die Gelegenheit ergab sich, und ich fühle mich hier sehr wohl", verrät Oskoui.

Die Gefäßchirurgie faszinierte ihn dabei am meisten, und so kam die enge Zusammenarbeit mit Joachim Fährmann zustande. Das Diplom für Wundmanagement legte der in Neuss lebende Mediziner in dieser Zeit zusätzlich ab.

Und wenn er nicht im Krankenhaus ist? Wenn es ihm die Zeit neben seiner Tätigkeit als Chirurg erlaubt, dann spielt Oskoui Basketball an der Uni Düsseldorf. Daneben zählt das Schwimmen zu seinen Hobbys. Oskoui ist verheiratet.

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