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St. Tönis: Bei e-motions können 70 E-Bikes gestetet werden

St. Tönis: Bei e-motion dreht sich alles um E-Bikes : Pedelecs: Die Firmenwagen von morgen?

Düsseldorfer Fachhändler hat eine Filiale in St. Tönis aufgemacht. Leiter Thomas Post hat auf sieben Mitarbeiter aufgestockt.

Für viele St. Töniser war es Jahrzehnte lang die erste Anlaufstelle, wenn der Fernseher streikte oder man sich an der alten Glotze im wahren Wortsinn satt gesehen hatte und ein neueres Modell ins Haus sollte: das Fachgeschäft EP Brings & Weckauf an der Krefelder Straße. Diese Zeiten sind bekanntlich vorbei. Heute geht es am Standort zwar wieder um neuste Technik, allerdings auf einem völlig anderen Feld. Anfang des Jahres eröffnete das Geschäft e-motion, in dem sich alles um Pedelecs dreht.

Noch werden mehr
herkömmliche Räder gekauft

Wer heutzutage noch kräftig in die Pedale treten muss, um seinen Drahtsesel auf Trab zu bringen, kommt sich mitunter vor wie ein „Dino“. Auf Straßen und Radwegen ziehen nicht nur immer mehr elektrifizierte Zweiräder an ihm vorbei. Auch die Zeit, so scheint es, hat ihn überholt. Ganz so extrem wie das Gefühl ist die Realität zwar noch nicht: Noch immer rollen ganz „normale“ Räder durch Deutschland und werden vom Handel auch weiterhin angeboten. Laut Fachverband ZIV steht die gute, alte Muskelkraft-Variante für mehr als Dreiviertel aller Verkäufe. Diese Kategorie konnte sogar im vergangenen Jahr ein wenig zulegen. Dennoch sei das E- Bike nach wie vor hauptverantwortlich für die seit Jahren steigenden Umsätze der Branche, meldete der ZIV im vergangenen Frühjahr. Seine Schätzungen zur Entwicklung des E-Bike-Marktes 2018 konnten noch einmal deutlich nach oben korrigiert werden: „Mit 980 000 verkauften Fahrzeugen verpasst die Kategorie nur knapp die Millionen-Marke.“ Dies sei ein mengenmäßiger Zuwachs von 36 Prozent. Kurz: E boomt.

Bei e-motion können
70 Räder gestetet werden

Davon profitiert auch e-motion. Bei der Marke mit dem grünen Auftritt handelt es sich Verbund von wirtschaftlich eigenständigen Fachhändlern in ganz Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz. St. Tönis ist, wenn man so will, die Ausweitung eines Düsseldorfer Ladens, der schon seit knapp zehn Jahren besteht und der – mit Blick auf die neue Filiale nicht ganz unpassend – an der Niederrheinstraße zu finden ist. Man habe einen starken Kundenfluss aus der Region nach Düsseldorf beobachtet und ein entsprechend hohes Potenzial vor Ort gesehen, begründet Thomas Post den Schritt über den Rhein. Der 51-Jährige hat die neue Filiale aufgebaut und leitet das Team in Verkauf und Werkstatt. „Wir sind mit drei Leuten gestartet, inzwischen sind es sieben.“

Die Kunden kämen vor allem aus Tönisvorst, Krefeld, Meerbusch und Willich. Die Altersspanne gibt Post mit „von 16 bis 80“ an. Wer sportlich unterwegs sein will, schwingt sich aufs elektrisch unterstützte Mountainbike. Für Menschen, die sich im Sattel nicht mehr so sicher fühlen, sei es aus Altersgründen oder durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung, stehen Dreiräder zur Verfügung. Der Laden führt 15 Marken, rund 70 Exemplare können gleich getestet werden. Auf Bestellung gibt es weitere Räder.

Die Preise in der Pedelec-Welt sind allerdings nicht ohne. Los geht’s bei etwa 2500 Euro. Für den „Porsche unter den E-Bikes“, wie Thomas Post das Spitzenmodell bezeichnet, müssen rund 10 000 Euro auf den Ladentisch gelegt werden. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes S-Pedelec. Der Buchstabe steht für Speed, also Geschwindigkeit. Bis zu 45 Kilometer pro Stunde sind mit solchen Rädern drin. Thomas Post nutzt eine solche Speed-Variante zum Pendeln zwischen Wohnort Düsseldorf und Arbeitsplatz St. Tönis. Seine Fahrzeit? „50 bis 55 Minuten, je nachdem, welche Bahnübergänge geschlossen sind.“

Der Filialleiter sieht weiterhin ein großes Potenzial bei diesen Produkten. „Da ist noch Luft nach oben.“ Ohne Frage ist die E-Mobilität auf zwei Rädern ein Riesenthema – übrigens nicht nur unter Privatpersonen. Das Geschäft arbeitet mit großen Leasingfirmen zusammen. Denn immer mehr Unternehmen würden ihren Mitarbeitern Pedelecs zur Verfügung stellen. Laut Thomas Post ist diese Form der Fortbewegung der Firmenwagen von heute.