Sponsorenlauf der Gemeinschaftsgrundschule Corneliusstraße in Tönisvorst

Grundschüler laufen für den guten Zweck : Schüler laufen für Nigeria-Projekt

In der kommenden Woche führt die GGS Corneliusstraße einen Sponsorenlauf durch.

Es ist mucksmäuschenstill im Foyer der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Corneliusstraße in St. Tönis, in dem sich an diesem Vormittag alle Dritt- und Viertklässler der Grundschule eingefunden haben. Auf Stühlen und Matten sitzend, sind die Blicke der Kinder auf die Leinwand gerichtet, auf der in großen Buchstaben „Enyemaka Ohaneze – Hilfe für alle e.V. Pfarrer Oliverdoms Ausbildungswerkstatt – eine Chance für junge Menschen in Oke-Ogbe bei Lagos, Nigeria“ zu lesen ist.

„Ich möchte euch heute über Enyemaka Ohaneze informieren. Ihr habt nächste Woche einen Sponsorenlauf, mit dem ihr alle ein neues Projekt im Ausbildungszentrum unterstützen wollt. Dafür möchte ich mich jetzt schon bedanken und euch zeigen, was der Verein schon alles gemacht hat“, sagt Pfarrer Oliverdom Oguadiuru. Der einst in Tönisvorst beheimatete nigerianische Pfarrer, der seinerzeit die Idee für ein solches Zentrum hatte und in der Apfelstadt Unterstützer fand, war gerade für drei Wochen in Oke-Ogbe, das am Rand der Metropole Lagos liegt, rund 50 Kilometer von dessen Zentrum entfernt.

Es ist das Zuhause des Ausbildungszentrums mit Schneiderei, Metall- und Holzwerk sowie Friseurhandwerk, das dank zahlreicher Sponsoren, darunter auch der GGS Corneliusstraße, im Jahr 2017 an den Start gehen konnte. 80 junge Menschen befinden sich dort aktuell in der Ausbildung, wobei in diesem Monat weitere Auszubildende starten werden. 150 Schüler können insgesamt aufgenommen werden. Ein jährliches Schulgeld von 50 Euro ist zu entrichten. Ziel ist es, dass sich die Schule einst selber über diesen Beitrag sowie die erstellten Produkte trägt.

Aktuell steht das Zentrum vor einer Vergrößerung. „Wir planen, ein zweites Haus zu bauen, in dem wir eine Mensa, eine Bäckerei, eine Musikschule und ein Internat unterbringen möchten“, berichtet der Pfarrer. Für den Rohbau bis einschließlich der Decke für das Untergeschoss hat das Geld gereicht. Nun ist allerdings ein Baustopp eingetreten, weil es an der nötigen Finanzierung fehlt.

Für das neue Gebäude
fehlen noch 160 000 Euro

Doch davon lassen sich weder der engagierte Pfarrer noch seine Mitstreiter in St. Tönis, allen voran Marianne Kramer und Waltraud Spee, entmutigen. „Der Bau des ersten Gebäudes lief über fünf Jahre, dann konnte er eingeweiht werden. Wir sind voller Hoffnung, dass wir es auch diesmal schaffen, die noch fehlenden 160 000 Euro für das Gebäude und die Einrichtung zu organisieren“, sagt Kramer.

Ein Stück weit hilft der Sponsorenlauf der Grundschule, wobei es der dritte Lauf ist, dessen Teilerlös für Enyemaka Ohaneze bestimmt ist. Vor zwei Jahren konnte die Schule das Projekt bereits mit 3331,26 Euro fördern. Für dieses Jahr ist geplant, 30 Prozent der Einnahmen vom Sponsorenlauf für das Ausbildungszentrum zu spenden. „Es passt wunderbar zu unserem Sponsorenlauf, dass Pfarrer Oliverdom Oguadiuru gerade für drei Wochen in Nigeria war und unseren Schülern seine Eindrücke vermitteln kann“, sagt Martina Heikenfeld von der Grundschule erfreut über den Besuch des Pfarrers, der heute ansonsten in Gelsenkirchen lebt und arbeitet.

Vor dem Hintergrund, dass mit Enyemaka Ohaneze Hilfe vor Ort geleistet wird und damit junge Menschen im eigenen Land die Chance erhalten, zu lernen, einen Beruf zu ergreifen und sich damit ein eigenes Leben in der Heimat sichern zu können, liegt der Grundschule eine Unterstützung am Herzen, berichten die Verantwortlichen. „Unsere Kinder erfahren dadurch auch, dass Schulbildung in anderen Ländern nicht selbstverständlich ist. Und sie lernen, dass sogar sie in jungen Jahren schon anderen Menschen, denen es nicht so gut geht, helfen können“, sagt die Fachlehrerin. Dass den Grundschülern der St. Töniser Schule das Helfen am Herzen liegt, zeigt sich an diesem Vormittag in der Aufmerksamkeit, mit der sie dem Vortrag von Oliverdom Oguadiuru folgen und wie viele interessierte Fragen von ihrer Seite aus kommen.

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