Neersen : Serviceterminal in Neersen bleibt erhalten

Nach der Schließung der Filiale soll wöchentlich ein Sparkassen-Bus in den Ort kommen.

Hätten die Neersener ihre Sparkasse öfter aufgesucht und die dort angebotenen Serviceleistungen in Anspruch genommen, dann würde es jetzt keine Schließung geben. Das sagte jedenfalls Siegfried Thomaßen, Vorstandsmitglied der Sparkasse Krefeld, bei der Sonderbürgerrunde der CDU, die sich mit dem Thema Sparkassenschließung in Neersen beschäftigte.

Es sei zum einen das geänderte Kundenverhalten. Die rückläufigen Beratungsgespräche und die Tatsache, dass immer mehr Bürger ihre Bankgeschäfte digital erledigen und die Online-Angebote des Institutes nutzen, veranlassen das Unternehmen, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Die kleinen Geschäftsstellen seine zu kostenintensiv. Dazu komme ein weiterer Punkt: „Das drastisch veränderte Zinsniveau gefährdet das Geschäftsmodell von Banken. Die Sparkasse ist ein gesundes Haus, aber das Zinsniveau wird es gefährden. Das größte Risiko ist es, jetzt nicht zu handeln. Wir müssen die Sparkasse sinnvoll in die Zukunft bringen. Dazu müssen wir Entscheidungen treffen, die uns keinen Spaß machen“, sagte Thomaßen.

Dieses Handeln besteht zum einen in der Schließung von kleineren Filialen, die nicht mehr so stark wie einst genutzt werden. Das Vorstandsmitglied betonte, dass alle Leistungen, auf die Bürger bislang zurückgreifen könnten, erhalten blieben, nur teilweise in anderer Form. „Wir bleiben präsent, aber anders“, hob er hervor. Ein wichtiger Punkt für die Neersener Bevölkerung ist die Tatsache, dass die Sparkasse nach einer erneuten Überlegung beschlossen hat, den Selbstbedienungsbereich in Neersen zu erhalten. Allerdings nicht in der derzeit noch bestehenden Filiale an der Malteserstraße, sondern näher in Richtung Rathaus angesiedelt. Das Serviceterminal bleibt damit genauso erhalten wie die Geldautomaten und die Kontoauszugdrucker. Was es nicht geben wird, ist die Möglichkeit der Einzahlung. Thomaßen begründete dies mit der hohen Störanfälligkeit der Geräte.

Zudem hat die Sparkasse einen barrierefreien Sparkassen-Bus bestellt, der künftig einmal pro Woche Neersen und auch die anderen 18 Orte im Geschäftsgebiet der Sparkasse anfahren wird, in denen Filialen geschlossen werden. Wo in Neersen er genau hält, welcher Tag und welche Uhrzeit es sein werden, steht derzeit noch nicht fest.

Vorstand: Erwartungshaltung
der Bürger ist zu hoch

Immer wieder kam der Einwand, die Volksbank würde in Neersen bleiben. Warum nicht die Sparkasse? Thomaßen sprach von einer Erwartungshaltung der Bürger, die zu hoch sei, und verwies auf die Handlungsdringlichkeit, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Finanzcenter mit hoher Beratungsqualität wie in Krefeld seien die Zukunft. Dazu komme das große digitale Angebot und nicht zuletzt die Servicenummer, mit der Kunden nahezu alle Leistungen per Telefon nutzen könnten. Auch die Argumentation von Bürgerrundenleiter Heinz Amfaldern, dass Neersen wachse, eine hohe Bedeutung habe, da es im Speckgürtel von Düsseldorf liege und entsprechend eine gute Infrastruktur brauche, zu der auch eine Sparkasse gehöre, konnte die Entscheidung der Schließung der Neersener Filiale nicht mehr beeinflussen. Zumal die Filialen in Anrath, Schiefbahn und Willich erhalten bleiben. „Mit drei Standorten in Willich ist die Sparkasse gut aufgestellt“, sagte Thomaßen. Zudem sagte er, dass die Sparkasse nach wie vor Vereine und Organisationen vor Ort unterstützen wird. Etwas, das nur möglich sei, wenn wirtschaftlich gehandelt werde.