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Sorge um Real-Standort in Tönisvorst: Metro schweigt zu Plänen

Tönisvorst : Sorge um Real-Standort Tönisvorst: Metro schweigt zu Plänen

Der Verkauf der Metro-Tochter Real naht, die Belegschaft ist verunsichert. Der Markt schreibt dennoch schwarze Zahlen.

Der Satz auf der Internet-Seite von Verdi Bezirk Niederrhein trifft den Kern: „Beim Verkauf dreht sich alles nur um Zahlen und Gegenstände – die Beschäftigten aber sind Menschen, die Wertschätzung verdient haben. Sie sind real!“ Rund 300 (von insgesamt 33 688) arbeiten in der Filiale in Tönisvorst, durch ihre Vergangenheit als im Unternehmen herausgehobener „future store“ eine besondere Filiale. Seit 14 Jahren hat der Real-Markt an der Adresse Höhenhöfe 19 geöffnet. Die Unternehmenszentrale in Düsseldorf bestätigt, dass im Durchschnitt täglich 6000 Kunden in den Markt kommen. Damit gehört der Standort zu den 30 umsatzstärksten Märkten bundesweit.

Zu Details wolle man sich nicht äußern, sagt eine Sprecherin

Zum Stand der Verkaufsverhandlungen verweist die Real GmbH auf die Mutter Metro AG. Eine Metro-Sprecherin bittet um Verständnis, sich bei einem laufenden Verkaufsprozess nicht zu Details äußern zu können. Mit Details ist die Zukunft für den Standort Tönisvorst gemeint. Vor Ort hat der stellvertretende Marktleiter Lindgens immerhin die positive Botschaft, dass das Unternehmen vor Kurzem erst den Mietvertrag um zehn Jahre verlängert habe. Und noch besser: Am Standort werden schwarze Zahlen geschrieben, anders als in der Unternehmensbilanz allgemein. Trotzdem registriert nicht nur die Marktleitung eine allgemeine Verunsicherung: Keiner wisse, was passiere. Die Metro will die defizitäre Real GmbH als Paket verkaufen.

 Nach 14 Jahren schließt Inge Jansen ihr Leonardo-Geschäft in der Real-Ladenpassage. Die Krefelder Einzelhändlerin will in die Kempener Altstadt wechseln.
Nach 14 Jahren schließt Inge Jansen ihr Leonardo-Geschäft in der Real-Ladenpassage. Die Krefelder Einzelhändlerin will in die Kempener Altstadt wechseln. Foto: Heribert Brinkmann

Nach bisher unbestätigten Medienberichten verhandelten zwei Unternehmen mit der Metro, sollen aber nur an den Immobilien interessiert gewesen sein. Bisher soll kein Handelsunternehmen Interesse am Gesamtpaket gezeigt haben. Die Kaufland-Kette soll Interesse an einigen Standorten haben, aber nicht an allen. Details sind auch dort nicht zu erhalten. Bliebe noch die Handels- und Dienstleistungskooperation im Lebensmittelhandel Markant AG, bei der Real bisher schon Partner ist.