St. Tönis: Soll am Pastorswall gebaut werden?

St. Tönis: Soll am Pastorswall gebaut werden?

Die Westdeutsche Zeitung fragt am Donnerstag Bürger und Anwohner zum brisanten Thema.

St. Tönis. Das Thema hat das Potenzial, zum Dauerbrenner zu werden: Es geht um eine mögliche Bebauung des Pastorswalls zwischen der Platanenstraße, Kirch-, Willicher- und Hochstraße. Einmal hatte der Planungsausschuss das Thema bereits auf der Agenda und schon bei dieser Gelegenheit wurde es kontrovers diskutiert.

Seither regt sich Widerstand aus der Anwohnerschaft. Es gibt einen Bürgerantrag, mit dem sich der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung auseinandersetzen muss. Unmittelbar betroffen von den Plänen wären 25 Parteien, 23 von ihnen haben sich nach WZ-Informationen dagegen ausgesprochen.

Das Vorhaben erstreckt sich über sechs Grundstücke, die fünf Eigentümern gehören. Zwei Stücke gehören dem Krefelder Bauunternehmer und Projektentwickler Heinz Hambloch. Dieser hat bekundet, durchaus ein Interesse daran zu haben, dass Menschen in die Innenstadt ziehen können.

Wie gesagt, der Widerstand regt sich. Die ansässige Initiative hat einen weiteren Bürgerantrag auf den Weg gebracht, der zum Ziel hat, eine „weitere Verstädterung“ zu vermeiden. In kürzester Zeit sollen diesen bereits über 200 Menschen unterschrieben haben. Außerdem ist von befürchteter „Verschattung“ und vom Sterben der „Grünen Lunge“ die Rede.

Nicht zuletzt, so argumentieren die Anwohner, soll ja auch die Freizeitanlage Pastorswall erhalten bleiben. Die sei immerhin mit viel Steuergeld hergerichtet worden. Unterschriftenlisten liegen unter anderem bei der Bäckerei Steeg, Spielwaren Lessenich sowie bei Obst und Gemüse Brake aus.

Dann stellt sich da noch die Frage nach dem Bodendenkmal, das es dort gibt und das durch eine Bebauung unwiederbringlich verloren ginge. Auf diesen Aspekt hatte Rolf Schumacher, Ehrenvorsitzender des Heimatbundes, in der ihm eigenen Art aufmerksam gemacht. Schumacher gehört zu den betroffenen Anwohnern. Er hatte in diesem Zusammenhang von einer „bescheuerten Planung“ gesprochen. Was bei der Politik schnell eine Reaktion ausgelöst hatte. Von „bescheuert“ könne keine Rede sein, hatte Achim Kremser (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses sich gewehrt. In gewisser Weise war seine Stellungnahme dazu „unverdächtig“, schließlich hatten die Sozialdemokraten — ebenso wie die UWT — gegen den Entwurf der Verwaltung gestimmt und diesem bescheinigt, er sei „mit der heißen Nadel gestrickt“.

„Können Politik und Verwaltung sich denn so ohne Weiteres über den Bürgerwillen hinwegsetzen?“ Das fragt eine Anwohnerin im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung.

Die wiederum gibt die Frage weiter: Was glauben die St. Töniser? Denken Sie, dass das Vorhaben Chancen hat, verwirklicht zu werden? Das sind Fragen, denen sich die Rollende Redaktion nähern will. Deshalb stellt sie am kommenden Donnerstag, 21. Januar, ihr Umfragemobil an die Hochstraße. Zwischen 11 und 12 Uhr sammelt das WZ-Team Stimmen ein.

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