Setzlinge sollen Sturmschäden ersetzen

Die Tönisvorster Grünen regen die kostenlose Verteilung von frischem Grün an die Bürger an. Doch im Ausschuss gab es noch Bedenken.

Tönisvorst. Durch den Sturm „Friederike“ habe das „baumarme“ Tönisvorst wieder viel Grün verloren, seien zahlreiche Bäume beschädigt beziehungsweise abgeholzt worden: So begann der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen im Umweltausschuss. Meral Thoms trug eine Idee vor: Den Vereinen, Kleingärten und Bürgerinitiativen, die durch den Sturm Bäume auf ihren Grundstücken verloren haben, sollen durch den Bauhof kostenfreie Baumsetzlinge zur Verfügung gestellt werden.

Während Thoms in einem ersten Schritt von 100 bis 200 Setzlingen sprach, die zunächst einmal unbürokratisch für diesen Zweck angeschafft werden sollten, war vor allem der CDU und SPD der Antrag zu unpräzise. „Wir müssen erst den konkreten Bedarf wissen. Sind es 100, 200 oder 1000 Setzlinge?“, wünschte sich Christian Rütten (CDU) belegbare Fakten. Grundsätzlich war die Union aber nicht abgeneigt. Auch Christoph Giltges (SPD) votierte erst noch für eine Bedarfsermittlung.

Von der Verwaltung nahm Jörg Friedenberg Stellung: „Wir brauchen dafür eine ungefähre Hausnummer.“ Er erinnerte daran, dass es derzeit vom Landschaftsverband ein Förderprogramm gebe, wonach man zur Verschönerung des Landschaftsbildes an markanten Stellen, so an Alleen, auf Obstbaumwiesen oder an Hecken, Setzlinge oder anderes Grün bekommen und beim Naturschutzhof in Nettetal abholen könne.

Friedenberg führte aus, dass ihm derzeit keine entsprechende Anträge aus der Bevölkerung vorlägen: „Sollte ein Bedarf da sein, würden wir die Kosten ermitteln und diese dann im Etatentwurf fürs kommende Jahr ausweisen.“ Von daher appellierte nach weiteren Diskussionsbeiträgen der von Helge Schwarz (SPD) angeführte Ausschuss dafür, dass sich jetzt erst einmal Vereine oder Initiativgruppen bei der Verwaltung melden sollten, die sich Setzlinge wünschen.

Meral Thoms war dies alles „viel zu sehr bürokratisch“. Sie bedauerte noch, dass seinerzeit die von den Grünen geforderte Baumschutzsatzung mehrheitlich abgelehnt worden war, zweifelte ferner die Notwendigkeit einiger zuletzt in den Bereichen Biwak, Nordring, Lenen-/Tempelsweg und Viersener Straße durchführten Fällaktionen an.

Dem widersprach Friedenberg: Die Bäume seien größtenteils eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit gewesen, standen teilweise in unmittelbarer Nähe von Gasleitungen oder hätten durch ihr Wurzelwerk Schäden an den Straßen und Bürgersteigen angerichtet. In allen angesprochenen Fällen komme es, so Friedenberg, im Herbst zu Ersatzpflanzungen. schö

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