Seniorenhäuser in Tönisvorst Ohne Ehrenamtler wäre vieles nicht möglich

Tönisvorst · Am 5. Dezember ist der Tag des Ehrenamtes. In den beiden Seniorenhäusern der Alexianer in Tönisvorst sind 45 Ehrenamtler im Einsatz. Ohne sie würde es viele Angebote nicht geben.

  Steffen Fischer-Lindner, Leiter der beiden Senioreneinrichtungen der Alexianer in Tönisvorst, Petra Hanke (l.) und Astrid Ruhland (2. v.l.) vom Sozialen Dienst der Häuser.

Steffen Fischer-Lindner, Leiter der beiden Senioreneinrichtungen der Alexianer in Tönisvorst, Petra Hanke (l.) und Astrid Ruhland (2. v.l.) vom Sozialen Dienst der Häuser.

Foto: Norbert Prümen

Die Palette dessen, was in den Seniorenhäusern St. Tönis und Vorst der Alexianer-Seniorenhilfe an Freizeitaktivitäten und Besuchsdiensten angeboten wird, ist breit gefächert. Sie reicht von Singkreisen begleitet mit Akkordeon oder Gitarre über einen Hundebesuchsdienst und einen Spielenachmittag bis zum Vorlesen und Ausflügen mit dem Rollstuhl. So verschieden die Angebote auch sind, sie alle haben allerdings eins gemeinsam: Sie wären ohne ehrenamtlichen Einsatz nicht möglich.

Hinter jedem einzelnen Angebot stehen Ehrenamtler, die etwas einbringen, was unbezahlbar ist – und das ist Zeit. „Das Ehrenamt ist in unseren Häusern St. Tönis und Vorst ein wichtiger Baustein. Was alles geleistet wird, ist immens. Wir können uns dafür nur von Herzen bedanken. Zudem ist es für uns eine Brücke nach draußen“, sagt Steffen Fischer-Lindner, der Einrichtungsleiter der beiden Senioreneinrichtungen in Tönisvorst.

Die Ehrenamtlichen werden in den Seniorenhäusern gut betreut und rücken nicht nur am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamtes, in den Mittelpunkt. Die Ehrenamtler stehen vielmehr allzeit im Fokus und haben gleich zwei Ansprechpartner, die sich kümmern und organisieren. Es handelt sich um Astrid Ruhland in St. Tönis und Petra Hanke in Vorst, beide vom Sozialen Dienst der Häuser.

„Das Ehrenamt ist bei uns gut eingebettet. Wir vom Sozialen Dienst sind das Bindeglied. Wir schauen dabei immer, was für den Ehrenamtler passt. Es ist wichtig zu wissen, welche persönlichen Stärken und Vorlieben jemand mitbringt, der sich engagieren möchte. Auf der anderen Seite kommt hinzu, was sich unsere Bewohner wünschen. Alles muss zusammen passen. Wir bringen das zusammen und bieten eine reflektierte Begleitung an“, sagt Ruhland.

Der ehrenamtliche Einsatz ist etwas ganz Persönliches. Da gibt es den Herrn, der alle 14 Tage kommt und einen mit Gitarre begleiteten Singkreis anbietet, genauso wie die Frau, die ein über die andere Woche vorbeikommt und den Menschen in den Einrichtungen etwas vorliest. Es gibt aber genauso die Ehrenamtlerin, die einmal im Jahr vorbeikommt und mit einem Bewohner, der keine Angehörigen mehr hat, seinen Geburtstag feiert. „Ehrenamt hat viele Gesichter“, sagt Hanke.

Helfer können sich
durch ihr Amt weiterbilden

Zu den insgesamt 45 Ehrenamtlichen, die sich in beiden Seniorenhäusern einbringen, gehört Ute Runge. Sie stieg mit dem Zeitpunkt der eigenen Rente ins Ehrenamt ein. Die 76-Jährige gehört zur Gruppe der „Rollstuhlschieber“, begleitet Senioren in den Gottesdienst und geht bei den verschiedenen Festen im St. Töniser Seniorenhaus ebenso in den Einsatz. „Mir macht es Freude, mich einzubringen, und die Dankbarkeit der Bewohner ist ein besonderer Lohn. Die strahlenden Augen sagen mehr als alles andere. Man bekommt so viel zurück“, sagt Runge. Was sie selbst gern nutzt, sind die Weiterbildungen, die für Ehrenamtler angeboten werden. „Fünf Zertifikate habe ich in den Jahren meiner Tätigkeit schon gemacht und dabei viel gelernt“, sagt die Tönisvorsterin.

„Vieles wäre ohne den Einsatz der Ehrenamtler gar nicht möglich. Allein mit dem Stammpersonal könnten wir etliche der Angebote nicht leisten“, sagt Hanke und erinnert in diesem Zusammenhang an den Ausflug in den Zoo, den man gemeinsam mit der Vorster Seniorenhilfe realisierte, oder den Besuch des karnevalistischen Schulkinderumzuges. „Wir können nie genug Ehrenamtler haben. Sie sind einfach nur super“, bringt es Ruland auf den Punkt.

Es sind dabei nicht nur die Älteren, die sich oftmals ab dem Renteneintritt einbringen. Es gibt auch Jüngere, die sich genauso ehrenamtlich engagieren möchten. Das erlebt Fischer-Lindner derzeit. „Wir haben die Anfrage von zwei 13-jährigen Schülerinnen, die bei uns im Rahmen eines Schulpraktikums einen Tag verbracht haben und sich nun darüber hinaus ehrenamtlich einbringen möchten. Wir haben jetzt einen Kennenlerntermin vereinbart“, sagt der Einrichtungsleiter. Denn eins ist immer ganz wichtig: Egal, in welchem Alter ein Ehrenamtler ist – es muss passen.

Ehrenamtler sind nicht nur auf bestehende Angebote angewiesen. Sie können immer eigene Idee mitbringen. Sei es, eine Puzzlegruppe zu betreuen oder ein Strickkurs zu leiten.

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