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Senioren aus Vorst sprechen und sehen Verwandte übers Tablet

Während des Coronavirus : Tablet ist ein „Fenster nach draußen“

Die Kandergarten-Bewohner können über Videotelefonie wieder ihre Angehörigen sehen.

Es tut gut, eine vertraute Stimme zu hören, aber noch besser ist es, ein vertrautes Gesicht zu sehen. Davon ist Jürgen Cox, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Tönisvorst, überzeugt. „Leider haben die Senioren, die im Altenheim leben, aufgrund der Corona-Epidemie derzeit nicht die Möglichkeit, ihre Familien zu sehen“, sagt Cox, der das ändern wollte. Die Idee des Vorsters: Wenn die Senioren Tablets und die notwendige App hätten, könnten sie über „Facetime“ mit ihren Verwandten sprechen und sie dabei zugleich sehen.

Zunächst wollte Cox den beiden Altenheimen der Stadt die Tablets zur Verfügung stellen, die die Ratsmitglieder für ihre Arbeit von der Verwaltung bekommen haben, doch das gestaltete sich schwieriger, als gedacht. Aber Cox gab nicht auf. „Gerade jetzt ist es wichtig, zusammenzustehen und sich gegenseitig zu helfen“, sagt der Grünen-Politiker. Und für die Senioren sei es nun einmal wichtig, dass der soziale Kontakt zu den Angehörigen erhalten bleibe.

Die Tablet-Lösung eignet sich
auch für die Zeit nach Corona

Also kauften die Grünen günstig ein gebrauchtes Tablet, „pimpten“ es auf, statteten es mit der App aus, die die Bildtelefonie möglich macht, und übergaben es am Gründonnerstag dem Vorster Seniorenhaus Kandergarten. „Das wird jetzt in dem kleineren der beiden Tönisvorster Seniorenhäuser getestet, und vielleicht ist es ja möglich, dauerhaft eine solche Form der Kommunikation für die Bewohner anzubieten“, hofft Cox. Schließlich gebe es einige Senioren, deren Kinder und Enkel weiter weg wohnen und nicht so häufig zu Besuch kommen können.

Gefördert wird die Initiative der Grünen von zwei weiteren Politikern aus Vorst: Uwe Leuchtenberg (SPD) und Michael Schütte (GUT) haben ihre Unterstützung bei weiteren Aktionen dieser Art schon zugesagt. Auch Bürgermeister Thomas Goßen (CDU) und die Alexianer, Träger der Einrichtungen, begrüßen die Idee, diese Form der modernen Kommunikation in den Tönisvorster Altenheimen anzubieten.